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Alt 16.10.2011, 14:26   #1
lonalu
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Alles für die Liebe schon gewagt?

Hallo Ihr Lieben, eigentl. sind es ganz viele Probleme, aber ich versuche es kurz zu machen. Vor einem Jahr zog ich mit meinem Partner zusammen. (davor einige Jahre Fernbeziehung)Der Arbeit wegen - seine Stadt - und nahm meine 3 Kinder mit (das Jüngste ist unser Gemeinsames). Ich liebe meinen Partner sehr und möchte so gern unsere Probleme klären, aber ich weiß nicht mehr wie.
Er arbeitet sehr viel und ich habe großen Respekt davor, wenn er sich auf wechselnde Schichten und versch. lange Arbeitszeiten einstellt. Für die Familie bleibt leider kaum noch Zeit und ich muß alles allein entscheiden und regeln, was ich ja auch verstehe.Selbst arbeite ich für einige Stunden die Woche, weil mehr organisatorisch leider unmöglich ist.
Aber finanziell ist die Lage sehr angespannt und trotz allen Sparens muß eine andere Lösung her. Heiraten will mein Partner auf keinen Fall, schon gar nicht aus Liebe (was ich so traurig finde), weil er meint dann ändert sich doch nichts. Leider bringt dieses Konzept aber auch mit sich, daß er höhere Steuern zahlt und meine Krankenversicherung zahlen muß. Obendrein ist er Raucher. Das alles liegt weit über unseren Möglichkeiten.
Darüber reden möchte er aber nicht (ist immer ein Monolog meinerseits) und ändern auch nichts. Er war wirklich der Meinung, dann bekommen die Kinder eben am WE nix mehr zu Essen... (bin so erschrocken darüber, weiß aber nicht ob es nur eine "Trotzreaktion" war)
Ich möchte Ihn so gern verstehen und an unserer Beziehung arbeiten, aber eine Paartherapie will er nicht und am Besten soll ich auch sonst mit Niemandem über Probleme sprechen
Ich habe ihm gesagt das wir gemeinsam daran arbeiten müssen und er so nicht wirklich zum Wohl der Familie handelt.
Vielleicht habe ich damit aber auch den falschen Weg gewählt???
Bitte helft mir eine Lösung zu finden ich bin so verzweifelt und komme einfach nicht weiter.
Mit ganz lieben Grüßen
lonalu
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Alt 16.10.2011, 18:00   #2
kathrin007
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AW: Alles für die Liebe schon gewagt?

Ich denke mal, dein Freund kommt sicherlich sehr schwer mit der Situation klar, dass er seine Familie nicht ernähren kann und du deswegen nach neuen Lösungen suchst. Er versucht alles mögliche, mit Schichten etc. und versucht es, auf diese Weise zu schaffen, aber er kämpft gegen Windmühlen, er KANN es gar nicht schaffen, eure Situation ist nun eben eine völlig andere und eine Zeit lang geht das vielleicht mit viel gutem Willen, Verliebtheit und dem erstmal guten Gefühl dauerhaft zusammensein zu können in einer gemeinsamen Wohnung, aber dann kommt der Moment, wo man erkennt, dass es eben auf Dauer nicht so geht.

Er wird er es alleine nicht schaffen, euch ein sorgenfreies Leben zu ermöglichen. Viele Männer verzweifeln an einer solchen Situation. Leider verkennt er, dass diese Rolle als "alleiniger Ernährer" in unserer heutigen Zeit schon lange überholt ist. In vielen Familien müssen die Frauen mit ranschaffen und die Kinder sind eben in Kitas und werden dort betreut. Sonst geht das eben nicht.
Und viele Familien haben sich auf dieses Doppelverdienermodell schon eingestellt. Dein Freund leider noch nicht.

Vielleicht kannst du ihn ganz langsam und behutsam an deine Lösung heranführen. Führst du ein Haushaltsbuch? In welchem du Einnahmen und Ausgaben eurer Familie verzeichnest? Das ist schon mal eine erste große Hilfe, den Überblick zu behalten, wenn es ganz knapp ist.

Und dann konkrete Vorschläge zu bringen, wie z.B. du hättest eine Stelle da und da "angeboten bekommen" und würdest das gerne machen und die Kinder sind in der Zeit da und da betreut.
Versuche es doch auf der Schiene "deiner Selbstverwirklichung" und nicht nach dem Motto "du musst unbedingt noch Geld ranschaffen, weil seines nicht langt..."
kathrin007 ist offline   Mit Zitat antworten
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lonalu (16.10.2011)
Alt 16.10.2011, 18:02   #3
kathrin007
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AW: Alles für die Liebe schon gewagt?

Auf's Heiraten bin ich jetzt gar nicht eingegangen. Auch wenn das eine durchaus gute und sinnvolle Lösung wäre aus steuerlicher Sicht, es ist Einstellungssache und ich denke, er will sich eben nicht "nötigen" lassen aus bestimmten Zwängen heraus...
kathrin007 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 16.10.2011, 18:25   #4
lonalu
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AW: Alles für die Liebe schon gewagt?

Danke Kathrin, für Deine schnelle und nette Antwort. Sicherlich sind Deine Gedanken zu den Bedenken und Handlungen meines Partners richtig.
Es ist auch nicht so, daß ich nicht arbeiten möchte. Ich habe einen 325€-Job. Meine Ausbildung liegt leider nur sehr lang zurück (damit ist es schwer Arbeit zu bekommen) und in meiner Stadt gab es der Kinder wegen keine Arbeit. Wer hier aber keinen vollbezahlten Job hat, darf sein Kind nur eingeschränkt in die Kita bringen und die ist weit weg (ist ohne Auto leider zeitaufwändig). Ich bringe das Jüngste trotzdem hin und arbeite halt in den Zeiten wo es geht.
Mit dem Heiraten ist es wahrscheinlich wirklich etwas schwierig für ihn. Für mich wäre es eben dann irgendwie eine richtige Familie, schon der Kinder wegen eben nicht nur eheähnlich sondern ein wirkliches Bekenntnis zueinander.
Mit dem Haushaltsbuch habe ich diesen Monat begonnen, naja noch keine lange Zeit, aber man überlegt wirklich noch genauer was man wofür ausgibt, obwohl ich immer der Meinung war sparsam zu sein.
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Alt 16.10.2011, 19:13   #5
kathrin007
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AW: Alles für die Liebe schon gewagt?

Puh, dann habt ihr aber eine schlechte Kita-Situation, da wo du wohnst. Wie alt sind denn die Kinder alle? Ist das schon Kindergarten oder noch Kinderkrippe? Bei Krippen ist die Situation - zumindest in Westdeutschland teilweise noch nicht zum besten, aber Kindergartenplätze dürften doch ortsnah - d.h. ohne auf's Auto angewiesen zu sein - zu erhalten sein, oder? Sicher, manche Kita-Träger haben eine Prioritätenliste, vor allem, wenn in dem Stadtteil die Nachfrage größer ist als das Angebot. D.h. zunächst Geschwisterkinder, dann die, die nah wohnen und wo beide Eltern berufstätig sind etc. Aber man kann normalerweise mit den Kita-Leitern reden. Das sind keine Unmenschen...
Vielleicht gibt es ja noch die ein oder andere Lösung anderer Art, z.B. Heimarbeit (gibt es tatsächlich noch, ist in der Regel sehr schlecht bezahlt, aber man kann zu Hause was machen) oder z.B. Tagesmutter (wenn dir das nicht zu viel wird kidsmäßig *gg) oder ebay-Verkäufe oder oder.
Ich z.B. gehe gelegentlich Blutplasma-spenden, da bekomme ich jedes Mal 25 Euro, es dauert eine Stunde und man kann theoretisch einmal in der Woche hingehen.

Dann: bei der Krankenkasse im Bonusprogramm mitmachen. Bekommt man bei manchen bis zu 120 Euro im Jahr, nur für ein paar Stempel, auch nicht zu verachten...

Also: möglichkeiten gibt es, man muss nur kreativ sein.

Und vielleicht kannst du ja mal beim Arbeitsamt nachfragen wegen einer Weiterbildung...
kathrin007 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 16.10.2011, 23:23   #6
lonalu
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AW: Alles für die Liebe schon gewagt?

Meine größeren Kinder sind schon in der Pubertät, aber das Jüngste ist erst 3 und geht in den Kindergarten. Wenn der Stundenplan es zuläßt holen die Größeren das Geschwisterchen auch ab, geht aber eben nicht immer. Das mit dem Kita-Platz wurde durch den Umzug so schwierig, weil sich ja die anderen Eltern schon ganz früh anmelden, d.h. mit der Geburt ihrer Kinder. Die Stadt weist die Plätze zu und man muß nehmen was man bekommt, aber das war noch weiter weg und im Winter fast gar nicht zu erreichen. Deshalb war ich über den freien Träger, den ich jetzt habe, noch froh.
Das Arbeitsamt war der Meinung mein Partner muß sich einen anderen Job suchen um mich zu unterstützen, da ich für Schichtarbeit bereit sein muß. Eine Arbeit hätten sie für Menschen mit meinen Arbeitszeiten nicht.
Ich habe dann auch ohne das Arbeitsamt wenigstens den Job für ein paar Stunden gefunden.
Aber Deine Ideen sind wirklich gut und geben mir viel Zuversicht, daß ich doch noch Einiges finden kann, um einer Lösung näher zu kommen. Ob ich allerdings so kreativ wie du sein kann, weiß ich noch nicht.
Jetzt werde ich nochmal all das überdenken, was ich besser machen kann und in Ruhe mit meinem Partner reden.
Danke das Du Dir soviel Zeit nimmst, um mir zu antworten. Es ist schön, wenn man eine andere Meinungen liest, weil man sonst nie weiß, ob man sich verrennt oder manches doch noch viel besser geht.

Geändert von lonalu (16.10.2011 um 23:25 Uhr)
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