Hallo, ich bin seit eben neu hier in diesem Forum und hoffe, dass ich durch eure Einschätzungen und subjektive Blickwinkel mehr über mich erfahren kann. Vorab sei gesagt, dass diese Formulierung womöglich sehr unklar sein mag und ich darüber hinaus nicht wirklich weiß, ob dieser Forenabschnitt wirklich der Richtige für meine Belange ist. Sollte ich mich bei der Einordnung vertan haben, möchte ich mich dafür entschuldigen.
Also, nun zu meinem Problem ... bzw nicht zu meinem Problem, sondern zu meiner Vorgeschichte:
Ich bin männlich, 21 Jahre alt und seit gut 3 Jahren in einer festen Beziehung (

mögen sich jetzt wohl manche von euch denken).
Um ehrlich zu sein handelt es sich dabei auch um meine erste wirkliche Beziehung. Da ich von Natur aus eher Realist bin und aus etlichen Beobachtungen meines Freundeskreises weiß, dass "erste Beziehungen" normaler Weise nicht so lange halten, bin ich oft selbst verwundert, weshalb ich es solange "geschafft" habe. "Geschafft" ist eigentlich auch das falsche Wort, da die letzten 3 Jahre eigentlich mit keinerlei großen Anstrengungen oder Leiden für mich verbunden waren

Anfangs war ich auch wirklich sehr in meine Freundin verliebt und mit der Zeit - ich denke, dass das nichts schlimmes ist und eigentlich auch ein normaler Ablauf in einer längeren Beziehung - ist das Verliebtsein irgendwann der Liebe gewichen. Ich kann wirklich aufrichtig sagen, dass ich meine Freundin liebe, obgleich ich kein Kribbeln mehr spüre wie dies bei frisch Verliebten der Fall ist. Für mich ist dieser Umstand wirklich kein Problem, für meine Freundin allerdings schon, da sie immer wieder darauf beharrt, noch genauso verliebt in mich zu sein wie am ersten Tag ...
Um ehrlich zu sein, kann ich mir schlecht vorstellen, dass dies der Wahrheit entspricht, da ich es für nur natürlich halte, dass dieses besagte Kribbeln irgendwann verschwindet. Dass ich so denke und für mich auch so fühle habe ich meiner Freundin auch schonmal gesagt, doch wiederhole ich dies eigentlich nicht mehr, da sie wenig Verständnis für meine Ansichten diesbezüglich zeigt und meines Erachtens zu sehr von romantisierten Klischeebildern diesbezüglich vereinnahmt ist.
Um meine Vorgeschichte zu vollenden ist wohl noch erwähnenswert, dass wir sei gut einem Jahr eine Fernbeziehung führen, da uns die Wege des Studiums (geographisch) weiter auseinander gebracht haben. Zwischen unseren jetzigen Wohnorten liegen knappe 300 km, sodass wir uns auch nicht unbedingt jedes Wochenende sehen. Zum einen steht dort der Zeitaufwand fürs Studium und zum anderen denke ich, dass es auch wichtig ist, in seinem neuen sozialen Umfeld Kontakte zu knüpfen und zu pflege, wofür nun ab und an auch das Wocheende herhalten muss. Ich finde es daher gar nicht schlecht, dass ich meine Freundin auch mal wochenends nicht sehe, da ich dann mehr und in einer anderen (nichtpärchen-) Atmosphäre etwas mit meinen Freunden unternehmen kann.
Ich weiß nicht ob ich dabei richtig liege, aber ich denke, dass alle Kerle sich in ihrem sozialen Umfeld anders Verhalten, wenn ihre Freundin anwesend ist. Ich will nicht sagen, dass ich mich durch sie kontrolliert fühle, doch mache ich wenn sie da ist bei weitem nicht jeden Spaß mit, für den ich sonst zu haben wäre.
Nunja, nun zu meinem "Problem". Heute war ich mit Freunden in einem Club, wir haben gut gefeiert, ein wenig getanzt und einfach einen guten Abend gehabt. Wie sonst auch immer, habe ich nicht mal andere Frauen angetanzt oder der gleichen. Vielleicht mag das komisch klingen, aber bislang hatte ich dazu auch noch keine Motivation, da ich mit meiner Freundin wirklich glücklich bin und mich zeitlich und moralisch auch nicht damit belasten möchte indem ich mit anderen Frauen "flirte/spiele".
Wie dem auch sei, im Laufe des Abends saß ich kurz mal in einer Ecke des Clubs und habe mich mit nem Freund unterhalten, als plötzlich ein Mädchen auf mich zukam. Wie sich im kurzen, von ihr initiierten smalltalk herausstellte, kam sie aus Schweden und gab mir mit ein paar spärlichen Sätzen deutsch zu verstehen, dass sie übermorgen wieder abreise und noch unbedingt einen Deutschen küssen müsse. Natürlich dachte ich mir meinen Teil dazu, doch noch bevor ich ihr richtig antworten konnte, setzte sich neben ihre andere Seite ein Typ der ganz offensichtlich auf eine schnelle Nummer aus war. Da er der englischen Sprache nahezu nicht mächtig war wies er mich quasi an, sie nach allerlei dingen zu fragen. Hauptsächlich nach den oberflächlichen Name- und Alter- Geschichten. Dabei erfuhr ich, dass sie 17 war - ich hätte sie wohl für gut 20 gehalten -
Da die junge Schwedin auch nicht allzu viel deutsch verstand, konnte mich der Typ kurzerhand fragen, ob wir beide die kleine nicht zusammen durchnehmen wollten

Da ich meine Freundin zum einen noch nie betrogen habe, ich dies auch an diesem Abend nicht vorhatte und ich es darüber hinaus auch nicht so toll finde als 21 jähriger was mit einer 17 jährigen anzufangen belächelte ich den Kerl süffisant, was er aber wohl auch nicht wirklich einzuordnen wusste.
Nunja, ich sollte mich mal kürzer fassen. Die Schwedin saß also zwischen uns, hatte irgendwann zu Gesprächsbeginn meine Hand in ihre genommen und wurde nun mehr stümperhaft von dem anderen Typen betouched.
Da ich wirklich nichts von ihr wollte, erwiderte ich auch keinerlei Zärtlichkeiten, obgleich ich nicht meine Hand ihres Griffes entzog. Ums nun wirklich kurz zu machen, fing der Typ kurz darauf an sie zu küssen und nach der auf gebrochenem Englisch gestellten Frage, ob sie hier irgendwo in der nähe untergebracht sei, gingen die beiden dann vermutlich zu ihr aufs Hotelzimmer.
Und nun das was mich an mir zweifeln lässt. Als ich den Typen mit ihr hab abdackeln sehen, kam mir der Gedanke, dass eigentlich - hätte ich es darauf angelegt - ich an seiner Stelle gewesen wäre.
Obwohl ich wirklich kein Interesse während des Smalltalks an ihr gehabt hatte und ich wirklich nicht der Typ bin, der schnellen Sex sucht, hat mich dieser Gedanke doch sehr beschäftigt. Um ehrlich zu sein, habe ich mich fast schon geärgert, dass ich jetzt nicht mit zu ihr gegangen bin. Und gerade das macht mir Angst!
Habe ich vielleicht unterbewusst das Bedürfnis meiner Freundin fremd zu gehen? Oder hat sich in mir vielleicht instinktiv auf hormoneller Ebene irgendein Jagd- und Konkurrenzverhalten aus der Urzeit des Menschen geregt, so dass ich eigentlich gar nichts dafür kann?
Ich habe wirklich Angst davor, dass ich bei einer ähnlichen Situation ein anderes Mal einfach zugreife, einfach weil ich bei dieser Situation "selbstverschuldet" dem anderen Typen das Feld überlassen habe und womöglich instinktiv nicht wieder "verlieren" möchte.
Ich würde gerne wissen was ihr davon haltet und ob ihr schonmal ähnliche Situationen erlebt habt.
Ich hoffe ich habe euch nicht mit meinem Geschwafel gelangweilt, doch irgendwie beschäftigt mich der Vorfall sehr, weswegen ich ihn auch direkt heute und jetzt noch hier reingeschrieben hab.
Achja, auf dem Nachhauseweg war ich übrigens sehr erleichtert, meine Freundin nicht betrogen zu haben, doch was mir weiterhin Angst macht ist, dass ich mich vor meinen eigenen Entscheidungen so machtlos fühle und denke, dass es ein anderes mal, durch eine kurzschlusshandlung womöglich nicht mehr so ausgehen wird.
Vielen Dank schonmal im Voraus und gute Nacht,
iffy