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Verzweiflungsforum Du bekommst kein/e Freund/in? Du weißt nicht wie du den ersten Schritt machen sollst? Das alles behandeln wir hier ausführlich, damit auch Du bald ein/e Freund/in an deiner Seite hast.

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Alt 07.10.2011, 05:20   #1
iffy
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Bin ich anders als ich denke?

Hallo, ich bin seit eben neu hier in diesem Forum und hoffe, dass ich durch eure Einschätzungen und subjektive Blickwinkel mehr über mich erfahren kann. Vorab sei gesagt, dass diese Formulierung womöglich sehr unklar sein mag und ich darüber hinaus nicht wirklich weiß, ob dieser Forenabschnitt wirklich der Richtige für meine Belange ist. Sollte ich mich bei der Einordnung vertan haben, möchte ich mich dafür entschuldigen.
Also, nun zu meinem Problem ... bzw nicht zu meinem Problem, sondern zu meiner Vorgeschichte:
Ich bin männlich, 21 Jahre alt und seit gut 3 Jahren in einer festen Beziehung ( mögen sich jetzt wohl manche von euch denken).
Um ehrlich zu sein handelt es sich dabei auch um meine erste wirkliche Beziehung. Da ich von Natur aus eher Realist bin und aus etlichen Beobachtungen meines Freundeskreises weiß, dass "erste Beziehungen" normaler Weise nicht so lange halten, bin ich oft selbst verwundert, weshalb ich es solange "geschafft" habe. "Geschafft" ist eigentlich auch das falsche Wort, da die letzten 3 Jahre eigentlich mit keinerlei großen Anstrengungen oder Leiden für mich verbunden waren
Anfangs war ich auch wirklich sehr in meine Freundin verliebt und mit der Zeit - ich denke, dass das nichts schlimmes ist und eigentlich auch ein normaler Ablauf in einer längeren Beziehung - ist das Verliebtsein irgendwann der Liebe gewichen. Ich kann wirklich aufrichtig sagen, dass ich meine Freundin liebe, obgleich ich kein Kribbeln mehr spüre wie dies bei frisch Verliebten der Fall ist. Für mich ist dieser Umstand wirklich kein Problem, für meine Freundin allerdings schon, da sie immer wieder darauf beharrt, noch genauso verliebt in mich zu sein wie am ersten Tag ...
Um ehrlich zu sein, kann ich mir schlecht vorstellen, dass dies der Wahrheit entspricht, da ich es für nur natürlich halte, dass dieses besagte Kribbeln irgendwann verschwindet. Dass ich so denke und für mich auch so fühle habe ich meiner Freundin auch schonmal gesagt, doch wiederhole ich dies eigentlich nicht mehr, da sie wenig Verständnis für meine Ansichten diesbezüglich zeigt und meines Erachtens zu sehr von romantisierten Klischeebildern diesbezüglich vereinnahmt ist.
Um meine Vorgeschichte zu vollenden ist wohl noch erwähnenswert, dass wir sei gut einem Jahr eine Fernbeziehung führen, da uns die Wege des Studiums (geographisch) weiter auseinander gebracht haben. Zwischen unseren jetzigen Wohnorten liegen knappe 300 km, sodass wir uns auch nicht unbedingt jedes Wochenende sehen. Zum einen steht dort der Zeitaufwand fürs Studium und zum anderen denke ich, dass es auch wichtig ist, in seinem neuen sozialen Umfeld Kontakte zu knüpfen und zu pflege, wofür nun ab und an auch das Wocheende herhalten muss. Ich finde es daher gar nicht schlecht, dass ich meine Freundin auch mal wochenends nicht sehe, da ich dann mehr und in einer anderen (nichtpärchen-) Atmosphäre etwas mit meinen Freunden unternehmen kann.
Ich weiß nicht ob ich dabei richtig liege, aber ich denke, dass alle Kerle sich in ihrem sozialen Umfeld anders Verhalten, wenn ihre Freundin anwesend ist. Ich will nicht sagen, dass ich mich durch sie kontrolliert fühle, doch mache ich wenn sie da ist bei weitem nicht jeden Spaß mit, für den ich sonst zu haben wäre.
Nunja, nun zu meinem "Problem". Heute war ich mit Freunden in einem Club, wir haben gut gefeiert, ein wenig getanzt und einfach einen guten Abend gehabt. Wie sonst auch immer, habe ich nicht mal andere Frauen angetanzt oder der gleichen. Vielleicht mag das komisch klingen, aber bislang hatte ich dazu auch noch keine Motivation, da ich mit meiner Freundin wirklich glücklich bin und mich zeitlich und moralisch auch nicht damit belasten möchte indem ich mit anderen Frauen "flirte/spiele".
Wie dem auch sei, im Laufe des Abends saß ich kurz mal in einer Ecke des Clubs und habe mich mit nem Freund unterhalten, als plötzlich ein Mädchen auf mich zukam. Wie sich im kurzen, von ihr initiierten smalltalk herausstellte, kam sie aus Schweden und gab mir mit ein paar spärlichen Sätzen deutsch zu verstehen, dass sie übermorgen wieder abreise und noch unbedingt einen Deutschen küssen müsse. Natürlich dachte ich mir meinen Teil dazu, doch noch bevor ich ihr richtig antworten konnte, setzte sich neben ihre andere Seite ein Typ der ganz offensichtlich auf eine schnelle Nummer aus war. Da er der englischen Sprache nahezu nicht mächtig war wies er mich quasi an, sie nach allerlei dingen zu fragen. Hauptsächlich nach den oberflächlichen Name- und Alter- Geschichten. Dabei erfuhr ich, dass sie 17 war - ich hätte sie wohl für gut 20 gehalten -
Da die junge Schwedin auch nicht allzu viel deutsch verstand, konnte mich der Typ kurzerhand fragen, ob wir beide die kleine nicht zusammen durchnehmen wollten
Da ich meine Freundin zum einen noch nie betrogen habe, ich dies auch an diesem Abend nicht vorhatte und ich es darüber hinaus auch nicht so toll finde als 21 jähriger was mit einer 17 jährigen anzufangen belächelte ich den Kerl süffisant, was er aber wohl auch nicht wirklich einzuordnen wusste.
Nunja, ich sollte mich mal kürzer fassen. Die Schwedin saß also zwischen uns, hatte irgendwann zu Gesprächsbeginn meine Hand in ihre genommen und wurde nun mehr stümperhaft von dem anderen Typen betouched.
Da ich wirklich nichts von ihr wollte, erwiderte ich auch keinerlei Zärtlichkeiten, obgleich ich nicht meine Hand ihres Griffes entzog. Ums nun wirklich kurz zu machen, fing der Typ kurz darauf an sie zu küssen und nach der auf gebrochenem Englisch gestellten Frage, ob sie hier irgendwo in der nähe untergebracht sei, gingen die beiden dann vermutlich zu ihr aufs Hotelzimmer.
Und nun das was mich an mir zweifeln lässt. Als ich den Typen mit ihr hab abdackeln sehen, kam mir der Gedanke, dass eigentlich - hätte ich es darauf angelegt - ich an seiner Stelle gewesen wäre.
Obwohl ich wirklich kein Interesse während des Smalltalks an ihr gehabt hatte und ich wirklich nicht der Typ bin, der schnellen Sex sucht, hat mich dieser Gedanke doch sehr beschäftigt. Um ehrlich zu sein, habe ich mich fast schon geärgert, dass ich jetzt nicht mit zu ihr gegangen bin. Und gerade das macht mir Angst!
Habe ich vielleicht unterbewusst das Bedürfnis meiner Freundin fremd zu gehen? Oder hat sich in mir vielleicht instinktiv auf hormoneller Ebene irgendein Jagd- und Konkurrenzverhalten aus der Urzeit des Menschen geregt, so dass ich eigentlich gar nichts dafür kann?
Ich habe wirklich Angst davor, dass ich bei einer ähnlichen Situation ein anderes Mal einfach zugreife, einfach weil ich bei dieser Situation "selbstverschuldet" dem anderen Typen das Feld überlassen habe und womöglich instinktiv nicht wieder "verlieren" möchte.
Ich würde gerne wissen was ihr davon haltet und ob ihr schonmal ähnliche Situationen erlebt habt.
Ich hoffe ich habe euch nicht mit meinem Geschwafel gelangweilt, doch irgendwie beschäftigt mich der Vorfall sehr, weswegen ich ihn auch direkt heute und jetzt noch hier reingeschrieben hab.

Achja, auf dem Nachhauseweg war ich übrigens sehr erleichtert, meine Freundin nicht betrogen zu haben, doch was mir weiterhin Angst macht ist, dass ich mich vor meinen eigenen Entscheidungen so machtlos fühle und denke, dass es ein anderes mal, durch eine kurzschlusshandlung womöglich nicht mehr so ausgehen wird.

Vielen Dank schonmal im Voraus und gute Nacht,

iffy
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Alt 09.10.2011, 01:08   #2
Rahmenlos
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AW: Bin ich anders als ich denke?

ich denke es war Dein instinkt auf hormoneller Ebene irgendein Jagd- und Konkurrenzverhalten. Hast Du gut gemacht, dass Du nicht darauf eingegangen bist. Was mir sorgen macht ist dass Du dich "ärgerst" nicht darauf ein gegangen zu sein. Das Gefühl begehrt zu werden ist Top aber dabei sollte es bleiben, finde ich. Aber wie eben geschrieben macht mir das "eifersuchtsverhalten" den Typen gegenüber Gedanken mal Deine Beziehung genau zu überdenken. Klingt hart aber wir wollen hier nix verschöner dass wäre ein Tip würde ein Freund mir die Geschichte erzählen ...

Salve
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Alt 11.10.2011, 16:54   #3
Xangiii99
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AW: Bin ich anders als ich denke?

Also das positive was man dazu sagen kann ist; Toll das du nicht drauf eingegangen bist!
Aber meine Frage ist: Ist das nicht eine selbstverständlichkeit?
Wie kann man dich dazu beglückwünschen, nicht fremdgegangen zu sein?

Ich glaube du bist im unterbewusstsein nicht so zufrieden mit deiner Beziehung, wie du es nach aussen darstellst.
Für mich ist mein Freund der tollste, der schönste, der líebste.
Wenn ich in die Disse gehen würde, und mich umsehen würde, für mich wäre kein Typ interessant, da keiner meinem Freund das Wasser reichen kann.
Und das kann ich so sagen, weil ich meinen Freund wirklich von ganzem Herzen liebe, und da guckt man keinen anderen an, ganz einfach.
Allein das du dich im nachhinein geärgert hast, und erleichtert warst, dass nichts passiert ist. Halleluja, das würde mich selbst zum nachdenken anregen! Und ja, an deiner Stelle hätte ich auch Angst, dass nächstes mal mehr passiert. Du solltest wirklich hinterfragen was du möchtest und ob du deine Freundin wirklich noch liebst.
Wenn du nochmal in so einer Situation bist, denkst du dir vllt. "Ach,sie wohnt so weit weg, was sie nicht weiß, macht sie nicht heiß!"
Und bevor es soweit kommt und du deine Freundin verletzt, solltest du was unternehmen.
Ausserdem finde ich es auch sehr bedenklich, das es dir absolut nichts ausmacht, sie mal 3 Wochen nicht zu sehen...
Iwi seltsam...da 3 Wochen aus meiner Sicht ne relativ lange Zeit sind, und wenn man den Partner nach 3 Wochen nicht vermisst, kann da was nicht stimmen.
Xangiii99 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 13.10.2011, 21:34   #4
iffy
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AW: Bin ich anders als ich denke?

Hey, erstmal vielen Dank euch Beiden für die Antworten.
Natürlich weiß ich, dass ich mir letztlich selbst darüber im Klaren sein muss, was ich will und wie meine Beziehung weitergeht aber ich bin halt immer froh die Sichtweise anderer Personen zur Bewertung hinzuziehen zu können.
Irgendwie war der ganze Vorfall komisch, da ich bisher noch nie das Gefühl hatte, meine Beziehung aufgeben zu sollen und dies auch weiterhin nicht vorhabe. Bei meiner Freundin fühle ich mich so wohl wie bei keinem anderen Menschen und ich weiß auch, dass es sehr sehr schwierig ist, eine Person zu finden mit der man so viele Dinge teilt. Gerade deshalb wäre ich auch nie auf die Idee gekommen, mich anderweitig umzuschauen. Bisher war ich auch mit meinen sonstigen Freunden noch nie auf einer derartigen "Ebene" wie mit meiner Freundin, so dass ich dies auch sehr schätze.
Umso schlimmer finde ich, dass ich überhaupt solch komische Gedanken hatte. Ich versuche mir natürlich einzubilden, dass das Ganze wirklich eine hormonelle oder evolutionäre Grundlage gehabt hat und ich gar nichts dafür kann, überhaupt solche Gedanken zu haben. Gerade deshalb hätte mich auch interessiert, ob anderen schonmal ähnliches passiert ist, um einschätzen zu können, in wie weit man vielleicht einfach ein Anhängsel seiner Instinkte ist und wann die eigene Selbstbestimmung aufhört...
Dein Kommentar, Rahmenlos, bestärkt mich Gott sei Dank ein wenig bei meinem Unschuldsgedanken. Da ich sonst nie auf solche Gedanken gekommen wäre und ja auch letztlich keine aktive Initiative ergriffen habe mit dem Mädel irgendwas anzufangen, glaube und hoffe ich mal, dass ich einfach nur erstaunt und erschreckt darüber war, wie leicht man solche delikaten Angebote bekommen kann. Womöglich war ich in dem Moment einfach zu überfordert mit der Situation, da ich mit selbiger nicht gerechnet habe. Ich sehe sonst ja oft genug irgendwelche Kerle, die sich an alles ranmachen, was lange Haare und Brüste hat, doch selbst ist mir soetwas in den 3 Jahren meiner Beziehung noch nie eingefallen.
Dein Kommentar, Xangiii99, zeigt mir mal wieder wie unterschiedlich Männer und Frauen denken und das ist wohl auch gut so. Dass dein Freund der tollste, schönste und liebste ist glaube ich dir, nicht zuletzt, da ich soetwas von meiner Freundin selbst auch höre und ich Freunde habe, die etwas derartiges auch von ihren Freundinnen gesagt bekommen.
Du kannst mir wirklich glauben, dass ich nichts lieber tun würde, als dies einfach so hinzunehmen und auch meiner Freundin jeden Tag zu sagen. Doch mittlerweile hält mich so einiges davon ab, nicht zuletzt, da ich schon einige male gesehen habe, wie falsch die Menschen bei soetwas sein können. Ich kenne Männer, die in ganz glücklichen Beziehungen waren doch irgendwann auf Grund irgendwelcher Lapalien Schluss gemacht haben. Diese Erfahrung ist ein weiterer Aspekt, weshalb ich so nachdenklich bin. So viele Päarchen trennen sich für nichts, wenn man bedenkt, was sie dafür aufgeben. Da ich meine Freundin und die wunderbare Zeit mir ihr ja nicht verlieren möchte, habe ich auch keine aktiven Ambitionen fremdzugehen, doch leider zeigt einem das Leben ja sooft, dass es anders zugeht. Da ich mich selbst für nichts besonderes halte und denke wie der durchschnittliche Mann auf dieser Welt zu sein, frage ich mich natürlich auch, ob es einfach nur Zufall ist, dass ich mich bisher immer anders, immer treu verhalten habe. Denn wenn andere Männer schon solchen Versuchungen erliegen, warum sollte gerade ich gegen solche Reize immun sein. Vielleicht denke ich auch einfach zu viel über sowas nach .... ich glaube ich bin schon wieder an einer Stelle angelangt, wo ich gar nicht verschriftlichen kann, was ich eigentlich meine, da es mir viel mehr um was Generelles, als um etwas Spezielles geht ...
Das mit dem "nicht vermissen" habe ich übrigens gar nicht behauptet. Auch wenn ich mal 3 Wochen meine Freundin nicht sehen kann, denke ich doch jeden Tag an sie. Ich weiß nicht, ob ich dich fragen darf, wie lange du mit deinem Freund zusammen bist, aber ich habe nicht mehr das Gefühl todtraurig sein zu müssen, wenn ich meine Freundin mal nicht sehen kann und bisher dachte ich, dass dies gerade deshalb wäre, weil ich sie liebe.... ich weiß nicht, ob das so verständlich ist, doch ich glaub es liegt einfach daran, dass mir meine Freundin ein großes Gefühl an Sicherheit vermittelt und ich mir bislang keine Sorgen um unsere Beziehung machen musste. Ich war noch nie ein Kontrollfreak und habe meiner Freundin auch immer ihre Freiheiten gelassen, weil ich ihr vertraue. Manchmal hatte ich auch das Gefühl, sie hätte gewollt, ich würde sie in manchen Bereichen einschränken, doch mittlerweile hat sie gelernt, dass ich einfach kein eifersüchtiger Mensch bin und sie auch ohne "Kontrolle" liebe.
Wenn die Schwedin mich einfach nur nicht angesprochen hätte, wäre ich wohl immer noch uneingeschränkt zufrieden … Am besten wäre es wohl, ich vergesse die ganze Sache, da ich mir die Sache ja auch nicht „richtig“ denken kann. Sollte ich nochmal die Verlegenheit haben in eine derartige Situation zu kommen, bin ich hoffentlich besser vorbereitet und kann das ganze handhaben ohne danach diese Gedanken zu haben.

Vielen Dank euch beiden,

iffy
iffy ist offline   Mit Zitat antworten
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