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21.05.2011, 13:07
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#1
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Neuer Benutzer
BK-Mitglied
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Eltern der Freundin
Hallo,
ich würde gerne mal euren Rat hören. Bin mit jetzt 30 in meiner zweiten Beziehung. Wir sind seit einem guten halben Jahr zusammen und verstehen uns echt gut. Meine Freundin ist 26 und hat ein etwas problematisches Verhältnis zu ihren Eltern, was die Beziehung sehr belastet. Ihre Mutter klammert extrem, sie muss jeden Tag mit ihr telefonieren und sich ständig rechtfertigen, wo sie ist und was sie macht. (Sie wohnt nicht mehr in derselben Stadt wie ihre Eltern.) Da wir aber auch 50 km voneinander entfernt wohnen und ich arbeite, ist das mit dem Treffen auch nicht so einfach, und ich habe einfach keinen Bock drauf, dass man sich dann am WE nur einen Tag sieht, weil abends ihre Mutter kontrolliert, ob sie auch wieder zu Hause ist... Das ist doch mit 26 Jahren keine vernünftige Beziehung zu den Eltern, oder? Ich habe diese kennen gelernt und kann gerade mit der "Schwiegermutter" überhaupt nichts anfangen, sie geht überhaupt nicht auf mich ein, sitzt nur zu Hause rum und kontrolliert meine Freundin und ihre Schwester andauernd.
Mein Problem ist, dass das so dominant wird, dass ich mich dem allen unterzuordnen habe. Wenn ihre Mutter verlangt, dass sie das WE nach Hause kommt, dann macht sie das, es ist gesetzt, ohne mich vielleicht mal zu fragen, was ich als ihr Freund davon halte, wenn wir uns schon wieder ne ganze Woche nicht sehen können...
Meint ihr, dass sich dieses Verhältnis irgendwann mal ändern kann, oder wird sie sich auch in 10 Jahren und evtl. noch in einer Ehe so von ihrer Mutter bestimmen lassen? Ich fände es echt schade, Schluss zu machen, weil wir uns echt ganz gut verstehen und ich es genieße, mit ihr zusammen zu sein. Aber immer nur der "Lückenfüller" zu sein, wenn ihre Mutter gerade mal nix von ihr will, kann ich mir auf Dauer nicht vorstellen...
Danke fürs Lesen und alle Antworten!
dan
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21.05.2011, 17:55
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#2
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Christkind
BK-Team
Registriert seit: 10.05.2011
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AW: Eltern der Freundin
Puh, das ist echt schwierig.
Deine Freundin sitzt echt zwischen zwei Stühlen.
Ihrer Familie, zu der sie wohl eine sehr große Bindung hat - und dir.
Du musst unbedingt mit deiner Freundin darüber reden.
Aber setze ihr kein Ultimatum nach dem Motto: entweder deine Familie oder ich!
Bei meiner Beziehung war es so, dass meine Familie meinen Freund völlig ignoriert hat. Zu Familienfesten wurde stets nur ich eingeladen, er ausdrücklich nicht.
Ich hatte zwar kein gutes Verhältnis zu meiner Familie, aber gerade das hat mich bedrückt und ich wollte mich auf keinen Fall völlig von ihnen lossagen.
Dadurch, dass ich mich einerseits sehr zu meiner Familie hingezogen fühlte, obwohl sie mich und erst recht meinen Freund ständig gedisst haben und er links liegen blieb (ich habe Weihnachten bei meiner Familie verbracht - ohne ihn...) ist schon ein ziemlicher Keil in unsere Beziehung getrieben worden.
Sie ist letztendlich an anderen Dingen gescheitert, aber ich bin der Meinung, auch äußere Einflüsse können stark dazu beitragen.
Mein Freund meinte immer: seine Familie kann man sich nicht aussuchen, seine Freunde schon. Wenn man sich auf eine ernste Partnerschaft einlässt, dann "gründet" man mit diesem Partner eine eigene Familie (auch wenn Kinder erstmal keine Rolle spielen). Diese sollte Vorrang vor allem anderen haben.
Ich habe ihm da rational zwar zugestimmt, vom Bauchgefühl habe ich innerlich aber immer geschrien: entzwei mich nicht von meiner Familie, das ist meine eigene Entscheidung. Ich brauche meine Familie.
Er hat es nicht verstanden. Ich habe versucht, Kompromisse einzugehen, aber auch die sind gescheitert.
Du musst deine Freundin verstehen, wie zerrissen sie innerlich sein muss. Aber du musst ihr auch zu verstehen geben, wie sehr DICH das belastet. Dass du sie auch liebst und Zeit mit ihr verbringen möchtest.
Dieser Ablösungsprozess von der Mutter, wenn du es überhaupt schaffst, ihn anzustoßen, wird sehr lange dauern. Deine Freundin wird, so wie es klingt, es sehr schwer schaffen, sich gegenüber ihrer Mutter zu behaupten und mal NEIN zu sagen, wenn sie über ihr WE, ihre Zeit, ihr Leben bestimmen will.
Ich will jetzt nicht den Teufel an die Wand malen.
Aber das ist ein echt schwerwiegendes Problem.
Tut mir echt leid für dich...
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22.05.2011, 10:01
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#3
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Puckerzuppe
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AW: Eltern der Freundin
Also ich finde das Verhältnis ganz ausdrücklich NICHT normal, dass Deine Freundin zu ihrer Mutter pflegt.
Die Frage ist halt, ob sie das muss, weil sie sich beispielsweise in finanzieller Abhängigkeit von ihren Eltern befindet oder ob sie einfach zu wenig Eier in der Hose hat, um flügge zu werden.
Wenn es letzteres ist, kannst Du ihr das mal vor Augen führen und hoffen, dass sie das selbst auch erkennt. Das wird aber wahrscheinlich nicht so einfach werden. Ultimatum ist sicher falsch, da stimme ich Kathrin007 völlig zu. Ihr aber mal schildern, wie Du Dich dabei fühlst und ihr die umgekehrte Situation mal ausmalen, das kannst und das solltest Du auch. Ob sich was ändert? Kommt darauf an, wieviel Selbständigkeit Deine Freundin sich trotz des strengen Regiments ihrer Eltern erarbeiten konnte.
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"Nichts auf der Welt ist so gerecht verteilt wie der Verstand. Denn jedermann ist überzeugt, dass er genug davon habe." - René Descartes
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22.05.2011, 10:24
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#4
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Neuer Benutzer
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AW: Eltern der Freundin
Danke Euch beiden für die schnellen Antworten! Ja, wir haben drüber gesprochen, aber sie sieht irgendwie keine Möglichkeit, das zu ändern. Momentan ist sie im Diplom und wird wohl auch noch etwas finanziell unterstützt, aber das Problem ist, glaube ich, schon genereller, weil die Schwester schon verdient und es da die selbe Sache ist... Ich bin selbst auch ein Familienmensch und besuche meine Eltern/Geschwister auch gerne, aber ich würde mich nie so rumkommandieren lassen bzw. zigmal am Tag Telefonterror... Ist schon sehr blöd, wie das so in ihrer Familie läuft... Was meinst Du mit "die umgekehrte Situation ausmalen", Tuckerzoertchen? Also dass quasi von meiner Seite aus die Eltern die Beziehung behindern würden?
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22.05.2011, 21:56
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#5
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Puckerzuppe
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AW: Eltern der Freundin
Ich meine damit, dass manche Menschen erst lernen, wenn sie am eigenen Leib erfahren, wie sich ihr Verhalten auswirkt.
Sprich: Mach das gleiche wie sie. Lass Dich jedesmal, wenn Ihr zusammen seid, von Deiner Mutter anrufen, wenn Ihr ein gemeinsames Wochenende plant, dann kommt ein Besuch bei Deinen Eltern dazwischen. Lass Deine Eltern also mal vorübergehend den gleichen Stellenwert einnehmen, wie ihre Eltern das tun. Vielleicht erkennt sie dann, dass das nicht "normal" ist.
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24.05.2011, 21:33
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#6
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Neuer Benutzer
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AW: Eltern der Freundin
Ich glaube, so'n Quatsch würden meine Eltern gar nicht mitmachen  Muss mir wohl einfach in der nächsten Zeit klar werden, ob das so das bzw. die Richtige ist...
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25.05.2011, 10:11
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#7
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Puckerzuppe
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AW: Eltern der Freundin
Im Prinzip hast Du Recht, es ist Quatsch.
Aber Reden hat nix gebracht, das heisst auf rationeller Ebene hast Du sie nicht erreicht. Manchmal hilft ein Verhaltensspiegel am besten, um zu begreifen, das man sich auf dem Holzweg befindet.
Ob Du das auf Dich nehmen willst, musst Du natürlich selbst wissen. Ich wüsste nur nicht, wie Du ihr auf anderem Wege vermitteln könntest, dass ihre Abhängigkeit von den Eltern unnatürlich für einen Menschen in ihrem Alter ist.
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