Hallo
tut mir Leid, dass ich einen Beitrag hervor hole, der schon einen Monat alt ist, aber ich bin etwas erschrocken über die vorherrschenden Meinungen und möchte meinen Beitrag dazu leisten.
Ich beschäftige mich schon recht lange mit Beziehungen und erkenne immer wieder dieselben Muster:
Erst kommt die Verliebtheit in der alles passt. Man kann sich ein ewiges Leben mit dem Partner vorstellen usw. Mit der Zeit schwindet die Leidenschaft. Man begehrt sich nicht mehr so sehr. Der Sex lässt nach. Die meisten argumentieren dann folgendermaßen: Sex gehört zur Liebe und zu einer perfekten Partnerschaft. Wenn der Sex schwindet, schwindet folglich auch die Liebe und die Partnerschaft ist nichts mehr wert.
Das ist ein Trugschluss, der verheerender nicht sein kann. Die Leute stürzen sich in den ewigen Zyklus der seriellen Monogamie. Man hofft stets auf den "Traumprinzen" mit dem es immer leidenschaftlich bleibt. Diesen wird es aber im Allgemeinen nicht geben. Wenn man sich mal klar macht, welche Werte und Gefühle wirklich in einer Beziehung zählen, relativieren sich die sinnlosen Erwartungen an Leidenschaft. Leidenschaft vernebelt sogar den wahren Blick auf die Beziehung.
Natürlich muss man, wenn man diese Erkenntnis teilt, weiter darüber nachdenken, wie das sexuelle Verlangen (nicht unbedingt dem Partner gegenüber) gestillt werden kann. Die Gedanken an andere attraktive Männer, die plume geäußert hat, sind vollkommen normal und man kann diesen Begehren sogar nachgehen. Wenn man einmal von der furchtbaren Beziehungs-Norm unserer Gesellschaft weg gekommen ist, wirds richtig aufregend und teilweise sogar kompliziert. Aber man kann so viel Freude auf Dauer aus einer Beziehung schöpfen, wenn man von alt eingesessenen, von Religion und Medien propagierten Idealen, weg kommt und endlich ehrlich zu sich selbst und seinem Verlangen ist.
Viele Grüße
Thorsten