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03.10.2009, 12:02
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#1
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Neuer Benutzer
BK-Mitglied
Registriert seit: 03.10.2009
Beiträge: 9
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frisch getrennt und jetzt?
Liebe Leute,
ich bin neu hier und freue mich, dass es im Internet Leute für einen Austausch über das Thema Beziehung gibt. Ich habe den Eindruck noch Einiges lernen zu können oder in manchen Themen Rückversicherung zu brauchen.
Mein Freund hat sich vor einigen Tagen von mir getrennt. Vor der Trennung gab es einige Wochen, in denen es sowohl ihm wie auch mir nicht gut ging. Es gab viele ungelöste Konflikte, Streits, Schweigen und Rückzug auf seiner Seite, immer wieder Versuche, Themen die mir nicht passten, anzusprechen und eine Lösung zu finden. In dieser Phase sahen wir uns kaum. Schlussendlich trafen wir uns mit Zeit um uns auszusprechen. Ich kam, um Themen zu klären, er kam schon fast, um Schluss zu machen. Nach dem Gespräch waren wir beide leer und wie betäubt. Zentrale Themen konnten wir nicht lösen. Die Konflikte bestanden fort. Zudem warf er mir vor, einen Machtkampf zu führen und ihn manipulieren und dominieren zu wollen. Für mein Gefühl war ich ihm in vielen Themen entgegengekommen, während er auf seinen Standpunkten blieb, wodurch sich ein Gefühl der Unausgeglichenheit einschlich. Mein Gefühl war, dass er die Beziehung dominiert und ich zu viel entgegenkomme und mich anfange selbst aufzugeben. Deswegen auch die Versuche immer wieder zu sprechen.
Nun hat er Schluss gemacht. Mein Wunsch war, dass wir uns beide nochmal einlassen, dass wir den jeweils anderen so annehmen wie er ist und nicht versuchen zu ändern. Sowohl er mich nicht, als auch ich ihn nicht. Vielleicht war das illusorisch.
Nachdem er sich von mir getrennt hat, brach ich den Kontakt ab. Gesagt war alles. Er nahm den Kontakt wieder auf, wegen Schlüsselübergabe etc.. Ich schrieb ihm, er solle mir meine Sachen hinlegen und ich hole sie, wenn er nicht da ist. Ich war verletzt über seine Trennung und Vorwürfe. Er rief an: Warum ich ihn nicht sehen wolle, warum ich keinen Kontakt mehr möchte. Ich weinte sehr am Telefon. Ich fühlte mich so nah. Ich fühlte, was ich für ihn fühle, trotz all der Verschiedenheiten. Ich vermisse die Zukunftspläne, die wir beide gemacht haben. Ich fange an darüber nachzudenken, ob die Trennung nicht für immer ist. Davor war ich mir so klar, dass er es entgültig meint. Und nachdem, was er mir gesagt hatte, war für mich auch nichts mehr möglich.
Doch jetzt reden wir. Er kommt auf mich zu. Ich komme in Gedanken auf ihn zu. Kaum ziehe ich mich zurück, meldet er sich wieder. Oder will er wirklich nur Freundschaft?
Wie soll ich mich verhalten? Soll ich meine aufkeimende Hoffnung abtöten? Muss ich abschließen? Es gab so viel ungelöste Probleme. Er kritisierte mich für meine Art, es verletzte mich sehr. Ich will mich nicht ändern müssen. Sind unsere Vorstellungen vom Leben zu unterschiedlich?
Helft Ihr mir?
Liebe Grüße
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03.10.2009, 13:50
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#2
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Puckerzuppe
BK-Team
Registriert seit: 20.03.2008
Alter: 37
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Abgegebene Danke: 89
Erhielt 346 Danke für 312 Beiträge
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AW: frisch getrennt und jetzt?
Momos, ich wollte eben schon ansetzen, Dir zu antworten, habe dann aber erst Deine anderen Beiträge gelesen und das war auch gut so.
Wahrscheinlich sage ich Dir jetzt ein paar Dinge, die Du nicht lesen möchtest, aber wenn Du hier um Meinungen bittest, mußt Du auch damit rechnen, kontroverse Ansichten zu erfahren.
Wenn ich speziell diesen Beitrag hier lese, kommt er mir so leidenschaftslos vor, dass ich mich frage, ob Du wirklich der Beziehung mit genau diesem Mann hinterher trauerst oder es Dir eher schwer fällt, die Tatsache zu akzeptieren, dass Du nun Single bist.
Du hast offenbar einen starken Kinderwunsch, schreibst in einem anderen Thread darüber, dass Du auch versucht hast, schwanger zu werden und das Thema mit Deinem Ex auch offen besprochen hast. Aber Du erwähnst mit keinem Wort, wie er selbst zu dem Thema steht.
Auch siehst Du die Schuld für die Trennung ganz klar bei ihm und erkennst keinerlei Entgegenkommen seinerseits, während Du Dich selbst fast aufgibst.
Er ist auf Harmonie bedacht, während Du Dinge, die Dir nicht behagen, offen ansprichst, wobei Du hier nicht äußerst, um welche Konflikte es konkret geht. Das scheint also nebensächlich, so dass es Dir möglicherweise mehr ums Prinzip geht als um die Sache an sich.
Ich will Kinder, ich will Konflikte ausdiskutieren, ich bin nicht schuld an der Trennung, ich will ihn wiederhaben oder auch nicht...
Was Dir meiner Ansicht nach fehlt, ist die Fähigkeit zur Einsicht, dass Du auch ein Stück weit zu der Trennung beigetragen hast. Ohne diese Einsicht wird auch ein zweiter Beziehungsversuch mit Deinem Ex oder eine neue Beziehung keine Zukunft haben.
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Folgender Benutzer sagt Danke zu Tuckerzoertchen für den nützlichen Beitrag:
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03.10.2009, 14:37
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#3
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Neuer Benutzer
BK-Mitglied
Registriert seit: 03.10.2009
Beiträge: 9
Abgegebene Danke: 1
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AW: frisch getrennt und jetzt?
Hallo Zuckertörtchen,
danke für die Antwort. Ich habe genau mit dem Wunsch nach kontroverser Diskussion meine Beiträge hier reingesetzt und bin froh, wenn Du oder auch ihr mir ehrlich sagt, was Ihr davon haltet.
Zu Deinen Anmerkungen.
Leidenschaftslos.... Der Trennung ging eine lange Phase der Diskussionen, Funkstille, Verletzungen voraus, in der ich sehr wohl gelitten habe, wie mein damaliger Partner auch. Wir kamen uns in Dingen, die wir erwarteten nicht entgegen. Ich wollte nicht erfüllen nie zu streiten oder alles zu dulden was seine Tochter mir gegenüber tut. Und er gab mir nicht mehr Zeit und Aufmerksamkeit und kritisierte mich weiter in meinem Äußeren und meinen Ansichten. Für mich waren das grundlegende Dinge und sehe ich auch keinen Sinn eine solche Beziehung weiterzuführen. Das macht unglücklich und ich will nicht unglücklich sein. Vielleicht bin ich deswegen eher kühl? Es gibt aber auch jetzt immer wieder Momente, in denen ich sehr traurig bin, weil ich Gefühle für ihn habe.
Na und dann waren wir nur ein Jahr zusammen und haben das Zusammenraufen eben nicht hinbekommen. Vielleicht fühle ich deswegen auch anders, als nach der Trennung einer langen Beziehung?
Ja, mein Partner hatte auch einen Kinderwunsch. Das war ein gemeinsamer Wunsch. Aber vielleicht oder sicher verfrüht. Jedenfalls hat die Realität den Wunsch nicht möglich gemacht.
Hmm, ich erkenne kein Entgegenkommen seinerseits. Ja das stimmt. Ich habe ihn mal gefragt, was er für Kompromisse für unsere Beziehung gemacht hat. Er hat nichts geantwortet. Ich weiß nicht, ob er verletzt war, oder ob er nichts wusste. Ich weiß aber, dass es für mich "schief" angefühlt hat, denn ich bin in einer Stadt geblieben, von der ich eigentlich weg wollte und fand mich damit ab, dass er nie weg will, ich habe es hingenommen, das ich fast nichts mit meinem Freund unternehmen kann, die Wochenenden alleine verbringen muss und ihn nur spätabends sehe und mein Freund durch seine viele Arbeit meistens bestimmt, wann wir uns sehen (ich wollte ihn nämlich sehen). Ich habe eine liebevolle Beziehung zu seiner Tochter aufgebaut und es lange hingenommen, nicht in einem Bett mit ihm zu schlafen, wenn sie da war. Ich habe viel Stress durch seine Ex, Anwälte, Arbeit mitgekriegt und aufgefangen. Ich habe es irgendwie ausgehalten, dass er an meinem Äußeren rummäkelt und versucht ihm kleidungstechnisch entgegenzukommen. Ja, für mich war die Beziehung im Ungleichgewicht. Und das macht mich immer noch wütend. Vielleicht sehe ich deswegen meinen Anteil nicht genug. Wobei ich eigentlich ein selbstkritischer Mensch bin und mir Kritik sehr unter die Haut gehe und ich sie wichtig nehme.
Die Einsicht, dass ich etwas zur Trennung beigetragen habe fehlt mir nicht. Ich glaube ich habe manchmal überreagiert und gerade am Ende konnte ich nicht mehr klar sehen. Jetzt nach der Trennung sehe ich auch wieder einzelne positive Dinge, die er für mich getan hat.
Ich war lange Zeit unzufrieden und meine Bedürfnisse kamen zu kurz. Irgendwann habe ich die eingefordert. Das geht wahrscheinlich nicht.
Ich weiß nicht weiter...
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