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Willkommen im Tratsch- und Beziehungsforum Beziehungs-Kiste.net! Hier geht es um Partnerschaften, die Beziehungen von Mensch zu Mensch sowie den Alltag in der Beziehung, Ehe und Familie mit all ihren wunderbaren und schönen, aber auch sorgenvollen und traurigen Seiten. Wenn Du einfach ein bisschen quatschen möchtest, oder Rat und Hilfe in einer Beziehung suchst oder geben möchtest, dann bist Du hier goldrichtig!

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Beziehungsgrundlagen Das Forum für grundsätzliche Überlegungen, Tipps und Erfahrungen zu Beziehungen vom Umgang mit Liebeskummer bis hin zum Umgang mit den eigenen Ängsten. Neue Threads sollten in der Art eines Essays / Aufsatzes verfasst sein oder generelle Beziehungserfahrungen zur Diskussion stellen.

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Alt 28.01.2012, 20:32   #1
Tomek
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Ich bin verheiratet, holt mich hier raus!

Hallo liebe BK Gemeinde,
ich beobachte letztens, wie sich durch die B-Kiste ein roter Faden zieht,ein Thema von beachtlicher Bedeutung für die Betroffenen und dessen Familien, ein Leitgedanken, der mit Vorsicht und Bedacht behandelt werden muss.
Es geht es um den Stillstand der Gefühle, um Unzufriedenheit und schleichende Langeweile in der Ehe, es geht aber auch folglich um die Frage, wie werde ich (ohne Schuldgefühle) meine Ehe-Lasten los?
Ich frage mich oft, was für ein Beziehungswandel rollt durch die Gattung, erleben wir wirklich in unserem Wohlstand ein Durchbruch der Wertvorstellungen, ist das alles immer noch ein individuelles Problem des Einzelnen oder ein Handicap der modernen Gesellschaft?
Man hat hier in vielen Beiträgen versucht, das Thema Partnerschaft und Ehe zu analisieren, es sind vor Kurzem schöne Berichte über die Elemente und Aufbau einer Beziehung geschrieben worden, dem Einschein nach wissen auch viele, wie eine Lebensgemeinschaft erfolgreich geführt werden soll.
Trotzdem sind wir oft mit gleicher Problematik konfrontiert;
was mache ich wenn die Gefühle erlöscht sind, was ist mit der Verantwortung dem (oft unschuldigen) Partner gegenüber, was ist mit den Kindern und dem Glück der Familie?
Es wird nach Ratschlägen gesucht, nach Lösungen geforscht, nach Schuldigen gefahndet.
Da ich selbst schon mal den Benutzer hier mit einem Rat helfen möchte, stehe ich natürlich vor dem Problem wie man solche Inhalte behandeln muss.
Soll man den Betroffenen radikale Lösungen vorschlagen
nach dem Motto, „…alles egal, alles unwichtig, eigene Interessen stehen im Vordergrund – trenne dich von dem, was dir unbequem ist“.
Wonach soll man handeln, soll man wie oft vorgeschlagen, dem Ruf des Herzens folgen und ein neues Glück suchen ohne Rücksicht auf dramatische Folgen für die Beteiligten?
Oder soll man dem Verstand nachgehen und Zwischenlösungen anstreben wie z.B. eine heimliche Zweitbeziehung, die die emotionale Lücke schließt (zumindest zeitweise) und gleichzeitig das Harmonieempfinden der Familie schont?
Ich lese hier öfters die Aussage, man trägt keine Verantwortung für das Glück des Partners, jeder soll selbst sehen, wie er sich im Leben am besten einrichtet. Ist es wirklich so, man lebt mit einem Mensch mehrere Jahre zusammen, man teilt sich die Freude und Leiden, man zeugt Kinder, man sammelt Materielles und die Zeit schafft es ,dass plötzlich alles langweilig, uninteressant und öde zu seien scheint.
Wenn es so ist, dann nach welchen Kriterien soll man das Dilemma lösen,welche Normen gelten für uns in dieser „freien“ Welt, wo sowohl Recht, Moral, Glaube und Sitten durcheinander geraten. Es gabt doch schon bessere Zeiten für die Partnerschaft, oder sieht ihr es anders?

Gruß
Tomek
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Alt 28.01.2012, 22:06   #2
surfergirl
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AW: Ich bin verheiratet, holt mich hier raus!

Interessante Überlegungen.
Sicher haben Ehen früher länger gehalten. Aber wieviel hatte die Ehe damals mit Liebe zu tun und waren die Menschen (auch die Frauen) damit glücklich?
Heute ist es oft sicher das Gegenteil. Wenn eine Beziehung nicht mehr läuft, kommt die Nächste.
Vielleicht sind wir auf der Suche nach was dazwischen. Persönlich denke ich, das hat mit BeziehungsARBEIT zu tun und damit eine Beziehung zu FÜHREN. Aber wo lernt man so was und möchte man so viel Energie da rein stecken?
Und wenn ich dazu bereit bin, wie motiviere ich dann meinen Partner nicht einfach die Zeit vergehen zu lassen, bis man merkt, dass man sich nichts mehr zu sagen hat. Die Liebe ist vielleicht sogar noch da, aber die Leere auch.
Und ab da weiß ich auch nicht mehr weiter: ich habe geredet, gekämpft, habe die Leere woanders etwas gefüllt und habe doch nicht geschafft einen endgültigen Schlussstrich zu ziehen.
Was bleibt ist ein schlechtes Gewissen, unerwiderte Liebe und ein bisschen Hoffnung.
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Alt 29.01.2012, 08:39   #3
de facto
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AW: Ich bin verheiratet, holt mich hier raus!

Ich möchte das etwas verifizierter betrachten und ein Stück weit fühle ich mich angesprochen, lieber Tomek, da sicherlich ich diejenige bin die hier öfter ruft, nicht um jeden Preis muss eine Beziehung gehalten werden, lieber zieht los und lebt eurer eigenes Leben statt euch aus falscher Befindlichkeit und Verantwortungsdruck in einem Gefängnis einzurichten in dem man nicht mal aufrecht stehen kann. Aber dazu später mehr. Vorab ein wichtiger Punkt den auch surfergirl schon angesprochen hat.

Ich möchte nicht sagen dass die Frauen früher glücklicher waren, ich denke das es eher darauf zurückzuführen ist, dass sie weniger Entscheidungsgewalt hatten und weniger Mitspracherecht. Viele Ehen wurden damals aus Vernunft oder Geldgründen geschlossen, ich frage euch allen Ernstes wo das Glück voraussetzt? Nur war es damals nicht schicklich sich zu scheiden, statt dessen und das schrieb ich hier auch schon an anderer Stelle, wurden sich durchaus Zweitpartner gehalten, es wurde nur weniger öffentlich gemacht da das nun wirklich ein Fauxpas war den sich niemand leisten konnte alle wissen zu lassen.

Nun zu dem heutigen Problem. Ich vertrete nicht zwingend die Ansicht, soll sich doch jeder scheiden lassen oder trennen ohne Rücksicht auf Verluste, natürlich bedeuten geminderte Gefühle nicht geminderte Verantwortung. Aber man darf nun mal nicht vergessen, dass man auch für sich selber Verantwortung trägt und oftmals Kindern einen Lebensstil vorlebt. Wer möchte denn dafür verantwortlich sein dass Kinder erlernen beim Partner bleiben zu müssen um der Harmonie willen? Nichts kann schlimmer sein, empfinde ich zumindest so, als aus Rücksichtnahme oder anderen Zwängen die eigene Verwirklichung hinten anzustellen um ja nichts Falsches zu machen oder dem Partner keine Schmerzen zu zufügen. Wie gesagt, eure Kinder beobachten euch dabei und erlernen dass das richtig wär und dabei ist es das Falscheste was man tun kann.

Ich glaube es geht auch oft darum, keine Schmerzen, keine Ängste und kein Unglück erleben zu wollen die natürlich bei einer sich vollziehenden Trennung schlimmer sind als bei geduldeten Zuständen. Nun das und der Umgang damit ist natürlich eine Sache, die jeden einzelnen Menschen ausmacht. Ich glaube gerade hier in diesen Situationen zeigt sich woraus Menschen gemacht sind und meistens erlebt man dann, wie der Mensch wirklich beschaffen ist. Ich habe mittlerweile begriffen, dass verletzt werden dazu gehört, ich nehme dieses Risiko in Kauf den mir ist alles Leid und Unglück zu erleben lieber, als still und friedlich, harmoniesüchtig vor mir her zu leben und niemals wahre Gefühle oder Liebe zu erleben. Ich will damit nicht sagen das es keinen Wert mehr hat, heutzutage an seiner Beziehung zu arbeiten, leider habe ich all zu oft die Erfahrung gemacht, dass ich die einzige war die es so fabriziert hat und irgendwann fragt man sich natürlich, bei all den moralischen Vorstellungen die man an sich und den Anderen stellt, warum nur die eigenen gelten sollen wenn der Andere kein Deut mitzieht. Natürlich wäre mir Beständigkeit lieber, aber nicht um jeden Preis, und wer sich aus einer Verbindung lösen kann wenn sie ihn nicht mehr erfüllt sollte das auch tun. Rücksichtsvoll und mit Einfühlungsvermögen, dem anderen helfend notfalls, beim Umzug oder Wände streichen. Auch das von Tomek angesprochene Konzept der Zweitbeziehung ist durchaus denkbar, wenn beide damit einverstanden sind und eine harmonische Familie nicht aufgeben wollen, wie du schon sagst, wir leben in einer modernen Welt, warum nicht die verstaubten Konventionen die noch in unsere Köpfen rumgeistern einfach ein bisschen modifizieren. Mit genügend Offenheit, Ehrlichkeit und Akzeptanz sollte es möglich sein nicht nur sich sondern seinen Lieben bzw. Ex Lieben ein besseres Leben einzurichten.

Das war mein Wort zum Sonntag ich wünsch euch was
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Geändert von de facto (29.01.2012 um 08:43 Uhr)
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Alt 29.01.2012, 09:39   #4
Tomek
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AW: Ich bin verheiratet, holt mich hier raus!

Hallo,
danke euch für die Kommentare,
de facto, so ein Wort zum Sonntag hätte ich mir bei der Sonntagspredigt gewünscht, wäre was wirklich Erfrischendes für die Kirchengemeinschaft.
Ja, es ist richtig, man geht heutzutage ungehemmter mit den Wünschen und Erwartungen in einer Beziehung vor, was ich nur allgemein feststelle ist die Tatsache, dass die Bereitschaft an der Beziehung zu arbeiten sehr nachgelassen hat. Insbesondere männliches Teil der Gesellschaft betrachtet die Partnerschaft sehr konsumorientiert, es muss immer Spaß machen, es muss immer alles passen, auch im Bett nach mehreren Jahren soll immer noch ein Feuerwerk der Leidenschaft abgehen. Die unerfüllten Erwartungen richten sich vorwiegend der Frau entgegen (diesen Eindruck gewinnt man hier in den Männer-Threat’s), sie ist meistens der Leistungsträger und Problemverursacher.
Was traurig ist; gerade die Frauen sind oft bemüht die Beziehung aufrecht zuhalten,sie sind diejenigen, die für ihr Glück und Wohlbefinden der Familie kämpfen wollen. Ich finde es einfach schade, dass diese Moral und die Anpassungsbereitschaft
der Männer so abgenommen haben. Ich vermute aber, dass es auch mit der Ego-orientierten Erziehung zu tun hat.

Übrigens, de facto, ich finde deine Lebenseinstellung sehr bewundernswert,es ist wirklich ein Genuss deine Thread’s zu lesen, wenn ich dich hier angesprochen habe dann sicherlich nicht absichtlich und ohne negativen Hintergedanken.


Gruß
Tomek
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Alt 29.01.2012, 09:47   #5
de facto
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AW: Ich bin verheiratet, holt mich hier raus!

Dankeschön du es macht gar nichts wenn ich mich angesprochen fühle, kann ja reflektieren aber vielleicht verstehst du nun warum auch in meine Vorstellungen von Beziehung modifizieren möchte. Ich sehe es nicht mehr ein, die einzige in einer Beziehung zu sein die den moralischen Standard über der Wasseroberfläche hält, wenn mein Partner der Ansicht ist er müsse tauchen dann soll er das tun, aber dann gilt gleiches Recht für mich oder ich schwimm davon. Nach mehreren missglückten Beziehungen muss man sich natürlich fragen, was läuft da verkehrt und nach dem man genügen analysiert hat und weiß dass die eigene Einstellung ok ist und nicht immer zur Verantwortung gezogen werden kann, weiß man auch wo man Defizite suchen muss. Oftmals sehen dass Männer nicht so, ich spreche hier nicht für alle aber für viele, und wie du schon richtig sagst, die Frau ist keine Spaßmaschine, sie lebt sie fühlt, sie hat Bedürfnisse und oh Wunder sie möchte sie erfüllt wissen, heute mehr denn je. Viele Männer kommen damit nicht klar, ob es an der Erziehung liegt oder die falschen archaischen Vorleben des Vaters, wenn denn einer vorhanden ist weiß ich nicht. Ohne jetzt zu weit abzuschweifen glaube ich schon dass die Frau in der Modernen angekommen ist, aber der Mann noch durch die Prärie streift.
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Alt 29.01.2012, 17:42   #6
kathrin007
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AW: Ich bin verheiratet, holt mich hier raus!

Ich denk, das Hauptproblem in scheiternden Beziehungen und Ehen ist, dass sich schlechte Verhaltensweisen langsam einschleichen und lange nicht realisiert werden. Wenn es dann BUMMMM macht, sind viele viele Dinge zusammengekommen, alle einzeln für sich nicht ernst genug genommen, zu wenig oder gar nicht darüber geredet, eben eingefahrene Lebensstrukturen und dann läuft für einen irgendwann das Fass über.

Beispiel:
Bei meinem Ex-Mann haben mich eigentlich von Anfang an einige Dinge gestört. Ich habe sie angesprochen und gebeten, dass wir dran arbeiten. Aber es hat nichts gebracht. Und irgendwann war es für mich aus. Hat 21 Jahre gedauert, bis der Leidensdruck für mich zu hoch war...
1. Er ist immer einfach so gegangen, wenn er was erledigt hat, ohne mir bescheid zu sagen. Obwohl ich im Haus war. Ich habe ihn gebeten, mir schnell nen Zettel zu kritzeln wo er ist und wann er wieder da ist. Ich wusste nie, ist er jetzt im Haus oder nicht. Er hat es ein paar Wochen gemacht mit den Zetteln, dann lies er es bleiben und ich habe mich notgedrungen dran gewöhnt.
2. Mein Mann war mir zu wenig körperlich/zärtlich. Ich habe ihm gesagt, dass es mich bedrückt, wenn wir nie Hand in Hand oder Arm in Arm laufen oder uns mal außerhalb des Bettes küssen. Einziger Kommentar: da ist er nicht der Typ für. Hmm, ich habe es hingenommen. Hätte ich allein deswegen Schluss machen sollen? Aber es war ein sehr großer Baustein in der Mauer, die zwischen uns wuchs...
3. Er machte immer, was er wollte, aber wenn ich mal MEINE Freunde einladen wollte oder mal ne Wand streichen oder MÖbel umstellen oder sowas, dann hieß es immer NEIN. Und ich habe geschluckt und den Kopf geschüttelt und es nicht verstanden, aber ich habe nichts dagegen getan.
4. Wir haben gemeinsam unsere Familie geplant und waren uns 100% einig, dass wir uns die Pflichten auch teilen, wir hätten es beruflich super einteilen können, ich halbtags, er selbstständig, dass beide gleichermaßen für Kinder und Haushalt da sind. Kaum war das erste Baby da, hat er sich aus dem Staub gemacht und statt sich MEHR einzubringen, hat er zum SChluss 7 Tage die Woche gearbeitet.

Dass es mir damit nicht gut ging, hat er gemerkt.
Mehr darüber reden ging nicht.
Unter Druck setzen ist nicht mein Ding, daher war ich immer die, die nachgab, bis es nicht mehr ging.

Wie de facto schon sagte: die Frauen erkennen oft, was falsch läuft oder dass was falsch läuft (für meinen Ex-Mann war immer alles in Butter, klar, er machte ja SEIN Ding). Sie machen einen Ansatz, wollen daran arbeiten, aber der Mann macht einfach nicht mit. Und irgendwann platzt einem dann der Kragen bzw. läuft besagtes Fass über. So war es bei mir.

Ich mache mir noch oft Vorwürfe, dass ich das alles von Anfang an zu klaglos hingenommen habe und dass ich zu wenig auf klärenden Gesprächen beharrt habe und dass ich nicht von Anfang an Konsequenzen gezogen habe. Das macht Liebe mit einem.

Daher gebe ich immer als Tipp: reden, reden, reden.
Aber: es ist nicht gesagt, dass es hilft, wenn der gegenüber zwar mit redet aber nicht danach handelt.
Und wenn er zu dieser Spezies Mann gehört, dann muss man einfach den eigenen Gefühlen und Bedürfnissen folgen und irgendwann, so schmerzlich es auch ist - einen Cut ziehen.

Ich glaube auch, dass sich die Frauen sehr stark weiterentwickelt haben, die meisten Männer aber kaum.
__________________
When nothing goes right, go left.
kathrin007 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 30.01.2012, 23:01   #7
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AW: Ich bin verheiratet, holt mich hier raus!

Wir entwickeln uns stetig weiter und das bedeutet auch, das man sich zwangsläufig auseinander leben kann. Wieviele Menschen schaffen es heutzutage 10, 20, 30, 40 Jahre oder gar noch länger auf einer Wellenlänge zu bleiben oder zumindest glücklich miteinander zu sein? Natürlich gibt es bei 82 Millionen Menschen in Deutschland immer noch eine beachtliche Zahl die dies schaffen, aber durch die Veränderung, einen anderen Lebensstil, den Wunsch nach etwas anderem, die Angst etwas zu verpassen, anderen Bedürfnissen uvm. gibt es eine ganze menge, die eine Beziehung ganz schnell infrage stellen können. Wenn so ein Fall eintritt, dann empfinde ich es als vollkommen legitim, das man sich hinterfragt was für mich wichtiger ist. Mein Partner mit dem ich seit vielen Jahren zusammen bin und womöglich Kinder habe oder eben der Wunsch nach...(hier bitte eigene Wünsche o.ä hineinschreiben). Natürlich ist es schade um meinen Partner und man tut sich mit dieser Frage bzw. Entscheidung auch schwer, aber habe ich nicht das Recht (wieder) glücklich zu sein? Muss ich denn bei dem Menschen bleiben, den ich viele Jahre geliebt habe, aber eben dies nicht mehr empfinde?

Wenn sich dieser Entschluss manifestiert hat, so muss ein klärendes Gespräch mit dem Partner folgen. Im besten Fall findet man wieder zueinander, rauft sich auf und der Partner unterstützt uns in unseren Vorhaben (sofern mit dem Partner gemeinsam möglich). Wenn eine Trennung unausweichlich ist, so muss man versuchen sich zu einigen im Bezug auf Kinder, Wertsachen etc.. Einfach so vom Acker machen darf man sich also nicht und besonders wenn es um Kinder geht, bleibt die Verantwortung bestehen.

Wenn man Stimmen von Experten glauben darf, so geht der Trend in Zukunft Richtung Polygamie. Eine Prognose, die viele bereits erahnt haben? Eine Lösung des "Menschlichen Problems" sehe ich hier überhaupt nicht, denn auch hier werden sich viele (vorhersehbare) Probleme hervorheben. Hier sehe eher einen Verschleiß an "Partnern" und dadurch würde das jetzige Problem nur noch mehr hervorgehoben.

lg El Nino
__________________
Es gibt nicht nur schwarz und weiss, du musst auch die Grauschattierungen dazwischen sehen.
Alles Schlechte hat irgendwo etwas gutes, auch wenn wir dies erst später bemerken.
Freunde sind wie Sterne...Man sieht sie nicht immer, aber sie sind immer da.
Helfende User wünschen sich häufiger ein Dankeschön, nicht nur ich
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Alt 31.01.2012, 11:18   #8
Tomek
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AW: Ich bin verheiratet, holt mich hier raus!

Natürlich lieber el Niño,
jeder hat sein Recht glücklich zu sein, man könnte aber an dieser Stelle eine neue Diskussion anfangen über den Begriff Glück und wie viel man davon in den zwischenmenschlichen Beziehungen wirklich braucht?
Um sich kurz zu fassen; man wird hezutage sehr schnell „unglücklich“, sei es mit dem Aussehen des Partners, mit den Einbusen im Sexualleben, mit den fehlenden Schmetterlingen im Bauch u.s.w. Was macht man dann?....wozu lange überlegen, ist doch einfach –Trennung! (koste was es wolle)

Dann ist der Nächste dran, der mich beglücken soll, und wieder der Nächste, ist doch legitim, ALLES für MEIN Glück.

Raffen wir es nicht, dass nach gewisser Zeit jede große Liebe von der normalen Realität überholt wird?
Ich gebe dir auf jeden Fall Recht, wir erleben ein Beziehungswandel, die moderne und sorgenlose Welt gibt uns die Chance eigene Bedürfnisse und Vorlieben unbegrenzt auszukosten. Dass es nicht immer mit der veralteten Moral der Zweisamkeit konform geht
muss einfach (von den oft überraschten und unglücklichen Partner) akzeptiert werden.

ich grüße dich herzlich
Tomek
Tomek ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 31.01.2012, 20:12   #9
de facto
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Ich finde Tomek hat Recht, wir bewegen uns momentan noch in der Übergangszeit: Wir sind erzogen worden von unseren Eltern die meistens über 20 Jahre zusammen sind und mit deren Wertvorstellungen, und wir grenzen damit an unsere Lebenserfahrungen in den uns jeder erzählen will, Treue ist nicht wichtig, Polygamie denkbar und nur das eigene verwirklichte Glück zählt. Tomek hat schon recht, was ist Glück, wie wird es definiert?
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