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11.05.2011, 13:46
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#1
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Christkind
BK-Team
Registriert seit: 10.05.2011
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Ich will Schluss machen - er will es nicht...
Hallo zusammen,
nachdem ich mich gestern angemeldet habe, habe ich erstmal geguckt, was andere so für Probleme haben und meinen Senf dazu gegeben.
So, jetzt bin ich so mutig und schreibe euch mein Problem in der Hoffnung, dass die Antworten mir eine Richtung weisen...
Ich will keinen ellenlangen Text schreiben, hinter meinem Problem stecken so viele Einzelprobleme, dass es schwierig wird, aber ich versuche, mich kurz zu fassen:
Ich habe mich im Februar vor zwei Jahren nach 21 Jahren Beziehung von meinem Mann getrennt. Habe zwei Kinder (Mädels mit jetzt 7 und 12 Jahren). Unter dieser Trennung und ihren Nebenschauplätzen leide ich noch heute, obwohl ICH diesen Schritt gemacht hatte.
Nach 3 Monaten "Selbstfindungsphase" mit gehörigem Männerverschleiß habe ich dann meinen jetzigen Freund kennengelernt. Wir sind im Juni 2 Jahre zusammen.
In diesen zwei Jahren ging es ständig auf und ab. Nach den ersten 3 Monaten mit der rosaroten Brille, fingen wir an, uns ständig zu streiten. Halt: korrigiere: ER fing an, sich ständig mit mir zu streiten. Ich bin kein streitsüchtiger Mensch. Ich bin jedes Mal völlig aus allen Wolken gefallen wegen der Ursachen dieser Streits. Es waren auch keine normalen Meinungsverschiedenheiten mit emotionaler Diskussion, sondern es ging richtig ab. Es hat dann bei ihm Klick gemacht und er bekam unkontrollierbare Wutanfälle. Er warf mir abartige Schimpfwörter an den Kopf, warf Zigarettenschachteln und Klamotten nach mir und schubste mich auch gehörig rum.
Ich sage bewusst, er hat mich nie geschlagen, aber es ging dennoch ziemlich brutal zu in meinen Augen und ich hatte die erste Zeit jedesmal richtig Angst vor ihm in diesen Phasen, bis ich mich dran gewöhnt hatte.
Mein gesunder Menschenverstand sagte mir jedesmal: gewöhn dich nicht daran, sowas ist krank, du musst dir sowas nicht bieten lassen.
Aber nach den Streits, die in der Regel so 5-10 Stunden ohne Pause dauerten (seeehr kräfteraubend), hat er sich entschuldigt. Nur: dass ich innerlich mich jedesmal aus Eigenschutz völlig distanzierte und ihm des öfteren sagte, er solle sich bitte eine Wohnung suchen, ich mach das nicht länger mit.
Er ist aber nie gegangen. Er ist ein großartiger Redner, Rhetoriker, redet viel von Beziehungsarbeit und daran arbeiten wollen. Schafft es sehr intelligent, mir die Schuld für die Streits zu geben, ohne es so direkt zu sagen. Ich meinerseits muss dazu sagen: ich habe an ihm nichts zu kritisieren, ich nehme ihn so an wie er ist. Er jedoch sagt, ich hätte zu Beginn unserer Beziehung versprochen, mich in vielerlei Hinsicht zu ändern (Haushalt, Ordnung, Unternehmungslust etc.) und er warte auf Taten. In der Mitte unserer Beziehung begann ich in eine riesige Depression abzurutschen, mit Selbstmordgedanken. Ich begann eine Psychotherapie. Er auch, weil er mir versprach, an seiner Wut zu arbeiten.
Es ging eine Weile besser, dann wieder schlechter, dann wieder besser... Immer auf und ab. Mit immer niedrigeren Höhen und immer tieferen Tiefen. Wir streiten in der Regel im Schnitt einmal pro Woche.
Letzte Woche habe ich (mal wieder) Schluss gemacht und will es diesmal richtig durchziehen. Er ist auf Wohnungssuche, aber es wird dauern. Ich bin nicht der Typ, der ihm die Sachen vor die Tür stellt. Also dachte ich, das geht schon irgendwie bis dahin.
Geht es aber nicht. Er wickelt mich schon wieder um den Finger. Ich habe heute mit einer Freundin darüber gesprochen die meinte: du glaubst, du hast dich getrennt, aber du hast es nicht.
Ich habe ihn immer noch sehr gern. Er sagt mir, er liebt mich. Wir sollten daran arbeiten, nicht in der "Beziehungswegwerfgesellschaft" leben. Eine Paartherapie versuchen. Damit hat er mich fast schon wieder. Dabei weiß ich, dass das nichts bringen wird. Nicht auf Dauer. Ich glaube nicht an diese Beziehung, aber er glaubt mir das nicht...
Ich kann meinen Kindern nicht zumuten, ständig eine gefrustete verheulte Mama vor sich zu haben, die in der Beziehung und gleichzeitig um die Beziehung kämpft. Und ja, ich habe Angst vor dem, was danach kommt. Ich war nie alleine.
Woher bekomme ich die Kraft, es diesmal durchzuziehen?
Denn ich habe keine mehr...
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11.05.2011, 13:58
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#2
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Puckerzuppe
BK-Team
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AW: Ich will Schluss machen - er will es nicht...
Ich glaube, ein Abschied auf Raten funktioniert nicht. Das hast Du ja auch schon selbst festgestellt. Wenn Du ihm Zeit lässt, sich eine eigene Wohnung zu suchen, wird sich das wahrscheinlich ewig hinziehen. Er schindet Zeit. Zeit, die er dazu nutzt, Dich wieder umzustimmen. Und das immer wieder sehr erfolgreich.
Du hast schon festgestellt, dass er sein Verhalten nicht langfristig ändert, Du bist unzufrieden in der Beziehung, hast keine Kraft mehr, lebst Deinen Kindern einen Beziehungsalltag vor, den Du ihnen ganz sicher für ihre eigene Zukunft nicht wünschst.
Was bleibt Dir also übrig? Du sagst, dass Du nicht der Typ bist, der dem Partner die Koffer vor die Tür stellt. Das ist an sich ja auch sehr löblich und eine konstruktive Einstellung. Aber das kann nur funktionieren, wenn der Partner auch bemüht ist, die Beziehung konstruktiv zu beenden. Deiner ist aber eher bemüht, sie destruktiv weiterzuführen.
Meiner besten Freundin in der gleichen Situation würde ich den Rat geben, ihm ein zweiwöchiges Ultimatum zu stellen, sich eine neue Wohnung zu suchen und ihr nach Ablauf helfen, seine Sachen zu packen und das Schloss auszutauschen. Ganz konsequent ohne Kompromiss.
Leicht ist das sicher nicht. Aber es geht. Such Dir Unterstützung bei Freunden.
Aus dem Schlafzimmer ist er aber bereits ausquartiert, oder?
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"Nichts auf der Welt ist so gerecht verteilt wie der Verstand. Denn jedermann ist überzeugt, dass er genug davon habe." - René Descartes
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11.05.2011, 14:02
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#3
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Christkind
BK-Team
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AW: Ich will Schluss machen - er will es nicht...
Hallo TZ, du hast ja recht, ich sollte ihm ein Ultimatum stellen. Ich habe nur Angst, wenn ich ihn zu sehr unter Druck setze, dass seine momentanen verzweifelten Heulanfälle wieder in rel. brutale Wutanfälle wechseln...
Kleines Problem: ich habe nicht so dicke Freunde, die mir bei sowas so richtig handfest helfen würden...
Und noch ein Problem: er hat die erste zeit auf dem Sofa geschlafen und tierisch gefroren, weil wir nur eine dünne zusätzliche Decke haben. Na ja, aus Mitleid habe ich ihn wieder ins Bett gelassen. Scheiße aber auch, ich konnte nicht anders.
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11.05.2011, 15:21
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#4
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moderatrix
BK-Team
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AW: Ich will Schluss machen - er will es nicht...
Hallo Kathrin
Da hast du dir ja ein schönes Exemplar Mann ausgesucht. War er denn von Anfang an ein solcher Wüterich? Und was viel schlimmer ist, du bist nicht konsequent und suggerierst ihm damit, er kann es ewig so treiben. Ich persönlich würde dem keine 2 Wochen mehr geben, der hätte noch 2 Stunden bei mir und wenn er seine Sachen nicht von der Straße auflesen möchte, soll er mal ganz schnell die Koffer aus dem Keller kramen. Du hast eine Verantwortung deinen Mädels gegenüber, wenn die sehen dass es richtig ist mit der eigenen Mutter so zu verfahren, was glaubst du wohl wie sie ihre eigenen Beziehungen irgendwann mal führen werden? Zeige deinen Töchtern dass man als Frau hart sein muss in den richtigen Situation, zeige ihnen dass man sich nicht alles bieten lässt nur weil man körperlich schwächer ist und am wichtigsten, demonstriere Selbstwertgefühl, denn ohne bringt es heutzutage keiner mehr weit.
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Ein Tropfen Liebe ist mehr als ein Ozean Verstand.
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11.05.2011, 15:28
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#5
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Christkind
BK-Team
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AW: Ich will Schluss machen - er will es nicht...
Nein, er war nicht von Anfang an so. Erst nach ca. 4-5 Monaten. Ich bin aus allen Wolken gefallen.
Wir haben es meist geschafft, die Streits auf Zeiten zu reduzieren, in denen die Kids im Bett sind oder am Wochenende bei ihrem Papa. Also die wirklich krassen Situationen kennen sie nicht. Aber sie sehen natürlich meine Augenringe. Die sieht jeder...
Dadurch, dass sich dieses Hin- und Her schon so lange hinzieht, kann ich einfach nicht mega-konsequent sein. Ich schaff es nicht. Mein Selbstwertgefühl ist seit ca. 1 1/2 Jahren nahe Null.
Als ich sagte, ich hätte mich vor einer Woche getrennt, schrie mein gesamtes Umfeld Hurra. Das sollte mich anspornen, aber es macht mich nur traurig. Ich schwanke zwischen Härte, Mitleid, Härte, dran-arbeiten-wollen, Härte, Trauer... and so on.
Ich habe keine Kraft, das durchzuziehen, obwohl ich weiß, dass ich es muss...
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11.05.2011, 15:31
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#6
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Puckerzuppe
BK-Team
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AW: Ich will Schluss machen - er will es nicht...
Immerhin eine beste Freundin hast Du doch  Und die ist zumindest ehrlich und redet Dir nicht nur nach dem Mund.
Seine Wutanfälle hast Du jetzt jahrelang ausgehalten, da kommt es doch auf einen mehr oder weniger nicht an. Oder befürchtest Du, es könnte angesichts eines Ultimatums heftiger werden?
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11.05.2011, 15:36
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#7
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Christkind
BK-Team
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AW: Ich will Schluss machen - er will es nicht...
Ich halte ihn in seinen Wut-Phasen für nicht zurechnungsfähig. Er hat mir schon oft gedroht, mir eine in die Fresse zu schlagen. Wenn es keine Hoffnung mehr auf die Weiterführung der Beziehung gibt, vielleicht macht er es dann tatsächlich? Ich kann ihn da nicht einschätzen, aber ich habe schon etwas Angst...
Und im nächsten Moment ist er dann wieder so einfühlsam, so sensibel, so liebenswert.
Vor ein paar Tagen hat er mir Gedichte geschrieben...
Er hat sich über Paartherapie informiert und wenn ich das ablehne, komme ich mir schlecht vor...
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11.05.2011, 15:54
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#8
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Puckerzuppe
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AW: Ich will Schluss machen - er will es nicht...
Warum genau kommst Du Dir schlecht vor? Weil Du es so lange schon mit einem Partner ausgehalten hat, der ganz offensichtlich zu Gewalt neigt? Weil Du ihm nach jedem Ausbruch immer wieder eine Chance gibst?
Oder weil er einfach rhetorisch in der Lage ist, Dir ein schlechtes Gewissen einzureden? Du hast selbst eingangs geschrieben, dass er es im Nachhinein ganz hervorragend beherrscht, Dich als "Schuldige" dastehen zu lassen.
Klar, wenn man das oft genug hört, empfindet man das möglicherweise auch so.
Versuch doch mal, das Ganze aus einer anderen Perspektive zu betrachten. Stell Dir vor, Deine Tochter sei erwachsen und würde genau die gleiche Beziehung führen wie Du jetzt (übrigens ist die Wahrscheinlichkeit gar nicht so gering, weil sie es als Rollenvorbild ja erlebt). Was würdest Du ihr sagen, was würdest Du ihr wünschen und was würdest Du Dir von ihr wünschen?
Und das mit der Kraft ist so eine Sache... Dein "Partner" ist nichts als ein Parasit, der Dich auslaugt. Wenn er nicht wäre, hättest Du doch bedeutend mehr Kraft, weil Du nicht permanent kämpfen oder auf der Hut sein müsstest. Den Parasiten loszuwerden, erfordert sicher nochmal vermehrte Kraftanstrengung. Aber danach...
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Folgender Benutzer sagt Danke zu Tuckerzoertchen für den nützlichen Beitrag:
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11.05.2011, 16:45
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#9
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moderatrix
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AW: Ich will Schluss machen - er will es nicht...
Wenn du jetzt keine Kraft aufbringst dass durchzuziehen, wirst du in Zukunft keine Kraft mehr besitzen für eine menschenwürdige Existenz.
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Folgender Benutzer sagt Danke zu de facto für den nützlichen Beitrag:
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11.05.2011, 21:01
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#10
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Christkind
BK-Team
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AW: Ich will Schluss machen - er will es nicht...
Danke TZ, der Satz mit meiner Tochter hat gesessen. Daran werde ich jetzt immer denken...
Und @de facto: auch daran werd ich denken. Danke.
Hab ihm heute abend, bevor er von der Arbeit kam, ne sms geschrieben, dass es mir leid tut, wenn es in den letzten 2-3 Tagen - auch von mir aus - wieder zu harmonisch wurde. Dass ich es ernst meine mit dem Ende. Er war natürlich tierisch gepisst - ich würde mit seinen Gefühlen spielen etc.
Er hat jetzt eine Termin bei seinem Psych, danach will er ein letztes klärendes Gespräch mit einer schriftlichen Vereinbarung und einer Klärung der Finanzen und danach nicht mehr mit mir reden...
Hab echt Angst vor heute abend...
Puh...
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