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Verzweiflungsforum Du bekommst kein/e Freund/in? Du weißt nicht wie du den ersten Schritt machen sollst? Das alles behandeln wir hier ausführlich, damit auch Du bald ein/e Freund/in an deiner Seite hast.

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Alt 15.01.2012, 16:23   #1
Kim
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Kämpfen oder aufgeben?

Zu aller erst möchte ich allen danken, die sich die Zeit nehmen und meinen Text zu Ende lesen. ich habe versucht, ihn so kurz wie möglich zu halten. Allerdings geht das nun schon fast drei Jahren und knapper konnte ich mich leider nicht fassen. Trotzdem schonmal ein ganz liebes Danke fürs Lesen!

Ich habe vor 3. Jahren einen Mann kennen gelernt. Wir waren beide zu dieser Zeit in einer Beziehung. Ich sogar verheiratet (leider aber schon länger nur auf dem Papier und mehr als unglücklich.) Dennoch kamen wir uns näher. Irgendein Zauber war da zwischen uns. Darüber waren wir beide uns einig. Einige Zeit ließen wir beide das alles geschehen und lebten dieses Doppelleben. Natürlich nie ohne faden Beigeschmack und schlechtes Gewissen. Dennoch war es bei uns beiden so, dass unser Beisammensein nicht ohne Folgen für unsere Beziehungen blieb. Es lief weiterhin immer schlechter. Bei ihm und bei mir.

Wir sehnten uns immer mehr nacheinander, hatten aber auf der anderen Seite auch einige Zweifel, was eine gemeinsame Zunkunft berifft. Er hatte immer Bedenken wegen meines Alter. Ich bin 26. Er ist 40. Einmal gingen wir mit unseren Hunden spazieren, da nahm er mich fest in den Arm, vergrub seinen Kopf in meinen Haaren und sagte:"Schatz, 1971 und 1985! Das geht doch nicht!" Ich hatte immer den Eindruck, er wolle sich damit selber einreden, dass es nicht ginge. Ausserdem sagte er mir mal, wenn wir Kinder hätten, würden die Leute denken, er sei der Opa, wenn wir mit ihnen irgendwo hin gingen....

Wir nahmen uns immer wieder vor, die Finger voneinander zu lassen. Doch es gelang uns nie wirklich. Immer wieder wollten wir uns voneinander lösen. Lagen uns weinend in den Armen, hielten uns fest. Dann gaben wir uns zum Abschied einen Kuss, wischten uns die Tränen weg. Dann trennten sich unsere Wege. Immer wieder nur für wenige Tage, vielleicht mal eine Woche.

In unseren Beziehungen lief es immer schlechter. Es ging soweit, dass er sich von seiner Freundin trennte, sie bat, ausziehen. In der Zeit, in der sie eine Wohnung suchte, erzählte er mir immer wieder, dass sie Anstalten machte, sich ihm immer wieder anbot, es nicht einsehen wollte, dass Schluß war. Die Wohnungssuche sinnlos in die Länge zog. Irgendwann wurde ihm das mit dieser Frau alles zuviel und er bat sie, innerhalb der nächsten 24. Stunden sein Haus zu verlassen. Darauf hin zog sie aus.

Ich entschloß mich zu der Zeit, ebenfalls einen Schlußstrich zu ziehen. Mein Noch-Mann wusste inzwischen von diesem anderen Mann, ich reichte die Scheidung ein. Er schaute sich nach einer Wohnung um. Ich wollte in unserem Haus bleiben.

Alles fing an, wieder einen Sinn zu bekommen. Wir verbrachten viel Zeit miteinander. Ich bekam mit, dass seine Ex nach wie vor versuchte, ihn immer wieder um den Finger zu wickeln. Oft lag ich bei ihm im Arm wenn sie ihm SMS schrieb. Mich schmerzte das natürlich sehr. Auch wenn sie über 100 km weit weg wohnte, war sie so präsent und immernoch Gesprächsthema. Offiziell waren wir zu diesem Zeitpunkt allerdings kein Paar. Aber unser Umfeld schöpfte bereits Verdacht.

Ich hielt mich zu dem Zeitpunkt noch sehr zurück, weil es sich für mich irgendwie komisch anfühlte, nach fast 8. Jahren Ehe, von einen Tag auf den Anderen, einen neuen Partner an meiner Seite zu haben. Ausserdem war ich auch unsicher, wegen der Präsents seiner "Ex".

Wir führten viele Gespräche, sprachen über unsere Zukunftsvorstellungen. Da schöpfte ich Hoffnung, dass wir eine Chance hatten. Immerhin hatte ich echte Gefühle wir ihn. Und auch er sprach von Liebe.

Ich war fast überwiegend bei ihm weil mein Noch-Mann nicht so schnell eine Wohnung fand. In unserer Region ist das nicht so einfach. Ich war anwesend, als seine Ex ihre Sachen holte, ich war da wenn seine Familie zu ihm kam. Eigentlich lief alles gut. Nur irgendwie traute sich keiner von uns, den offiziellen Schritt zu tuen.

Vor einem guten Jahr dann, waren wir auf einer Geburtstagfeier eines gemeinsamen Freundes. Wir kamen nicht gemeinsam dort hin und seine Begrüßung mir gegenüber viel nicht nur kühl aus, sie fehlte komplett. Ich lebte zu diesem Zeitpunkt bereits im Trennungsjahr. Er war den ganzen Abend kühl zu mir. Saß neben mir und wirkte traurig. Zwar sprach er mit mir, stieß mit mir an, umsorgte mich. Doch irgendwas war anders. Da war irgendeine Distanz, die ich vorher noch nie zwischen uns gespürt hatte. Er verließ die Party auch recht früh. Nachdem er gegangen war, schrieben wir noch einige SMS. Er war auch dabei sehr komisch. Fragte zwar noch nach mir und meinem Mann, ob er nun schon einen Wohnung hätte und so. Doch als ich ihm vorschlug, nach der Feier noch bei ihm vorbei zu schauen um ein bisschen Zeit miteinander zu verbringen, ein bisschen zu reden, bekam ich keine Antwort mehr. Ich war verwirrt, weil ich das überhaupt nicht einordnen konnte. So verhielt er sich sonst nie!

Am nächsten Morgen musste ich dann fest stellen, dass seine Ex bei ihm zu Besuch war. Dazu kam, dass er die Tage zuvor wohl auch wieder viel bei ihr war und sie anscheinend sogar wieder Sex miteinander gehabt hatten.

Ich bin leider sehr impulsiv, bin zu ihm nach Hause und habe ihn zur Rede gestellt. Er stand vor mir wie ein kleines Kind. Konnte mich nicht anschauen. Staarte nur traurig über mich weg. Das Einzige was er sagte war, dass er mit ihr nicht zusammen sei sondern sich nur eine Freundschaft aufbauen würde. Ich glaubte ihm natürlich kein Wort. Ich fühlte mich nur noch mehr von ihm verraten und belogen, sodass ich eine impulsive Handlung tat, die so hätte nie passieren dürfen.

Ich log ihn an, indem ich ihm erzählte, ich habe mich mit meinem Mann wieder vertragen. Er wüsste alles und wir sind wieder zusammen. Ich weiß, dass das das Dämlichste war, was ich tuen konnte. Aber ich wusste mir einfach nicht anders zu helfen. Ich wusste, ich hatte verloren und wollte noch ein bisschen mein Gesicht bewahren. Wenn auch, auf eine völlig danebene Art und Weise. Ich weiß!

Von diesem Tag an hörte ich nichts mehr von ihm. Zu dieser Zeit führte er mir seiner Ex oder Wieder-Freundin eine Wochenendbeziehung. Fuhr jeden Freitag zu ihr. Oder sie kam an den Wochenenden wieder zu ihm. Fast 3. Monate nach unserem letzten Treffen fingen wir durch Zufall wieder an miteinander zu schreiben. Wir trafen uns kurz darauf, sprachen uns aus, verbrachten die Nacht miteinander. Alles war wieder wie früher. Doch danach wurde er wieder so komisch. Kühl, distanziert. Dieses Spiel spielten wir dann noch genau 4. Male. Immer mit mehreren Monaten Funkstille dazwischen. Und nach wie vor kam seine Freundin jedes Wochenende zu ihm.

Mir ging es in der Zeit mehr als schlecht. Ich lebte im Trennungsjahr und sah, wie seine Freundin sich mit ihm vergnügte. Er wirkte dabei aber immer sehr traurig, in sich gekehrt und einfach unglücklich.
Immer wenn wir uns trafen, erzählte er mir, es sei nun wirklich vorbei. Würde nicht laufen und nicht mehr passen. Er war wieder so süß, lieb und bemüht. Doch dann, zum Wochenende kam immer sie wieder...

Einmal hatte ich Besuch von einem alten Freund von mir. Er sah uns und fragte mich bei einem unserer Treffen ganz verlegen, wer denn dieser andere, fremde Mann sei. Ob er mir den Hof machen würde. Heute frage ich mich, warum ihn das gekümmert hat. So hatte er doch offiziell seine Freundin.

Ende August 2011 trafen wir uns das letzte Mal. Zu diesem Zeitpunkt war er schon seit fast 3. Monaten von seiner Freundin getrennt. Auch Offiziell. Sie kam in dieser Zeit nicht zu ihm und er fuhr auch nicht zu ihr. Ich war zu diesem Zeitpunkt noch so eingestellt, dass ich es doch noch mit ihm versucht hätte. Wieder verbrachten wir die Nacht miteinander. Leider gerieten wir dann aber in einen blöden Streit und der Sex lief an diesem Abend auch nicht so ab, wie ich es gewohnt war und es immer genossen hatte.

Nach diesem Treffen war wieder für einige Tage Funkstille. Dann schrieb ich ihn an und was ich als Antwort bekam, zog mir den Boden unter den Füßen weg. Er schrieb, er habe keine Lust mehr auf Streit. Ich solle seine Nummer löschen, er bricht den Kontakt ab und er würde mir nicht mehr antworten. Eigentlich sind das ja klare Worte, bei denen es nichts miss zu verstehen gibt, aber dennoch konnte und wollte ich das nicht so einfach hin nehmen. Ich wartete ab und was passierte? Nichts! Ausser, dass ca. 3. Wochen nach dieser SMS seine Ex wieder auftauchte.

Seit nun fast 4. Monaten ist sie nun wieder rund um die Uhr bei ihm. Sie hat eine eigene Wohnung hier im Ort. Seine Familie hatte sie damals auch verstoßen weil es auch zwischen ihr und seiner Familie viele Spannungen gab. Doch inzwischen hat sie sich mit denen auch wieder ausgesöhnt.

Leider ist es so, dass sie überall Lügen und Geschichten über mich verbreitet. Er hatte mir damals schon oft erzählt, sie sei sehr verlogen, hinterfotzig, durchtrieben und daneben. Aber irgendwas hat sie, was ihn das alles vergessen ließ.

Kann ich davon ausgehen, dass ich ihn wirklich ein für alle Mal verloren habe? Doch was ist denn aus unserem Zauber zwischen uns geworden? Von der ganzen Zuwendung, der ganze Nähe? Die ganzen schönen Momente. Es waren doch fast 3. Jahre....

Inzwischen ist es so, dass er sogar die Straßenseite wechselt, wenn ich ihm entgegen komme oder er im Auto wartet, wenn er mein Auto auf dem Supermarktparkplatz sieht, bis ich weg bin. Ich frage mich, ob ich mir die ganze Zeit eingebildet habe, dass da was zwischen uns ist. Kann er so gut schauspielern?

Ich werde in 14. Tagen geschieden, vermisse ihn nach wie vor und fühle mich alleine.
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Alt 15.01.2012, 18:36   #2
kathrin007
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AW: Kämpfen oder aufgeben?

Liebe Kim,

das ist ein ganz blödes Dilemma, in dem du da steckst...

Meiner Meinung nach war dein "Freund" einfach zu feige, um zu dir und zu eurer Beziehung zu stehen, weil er den Altersunterschied zu groß findet und Angst hatte vor dem Gerede der Leute. Es scheint ihm mehr an der Meinung der anderen Menschen um ihn herum zu liegen, als an dir, sonst hätte wohl die Liebe siegen können. Das hat sie aber nicht.

Im Gegenteil, ihr seid beide belastet von euren vorherigen Partnerschaften in einen Seitensprung geschlittert, der sich sowohl gut anfühlte, als auch schlecht. Ihr habt eure Beziehungen beendet, weil sie sowieso kaputt waren, habt aber beide - bzw. er - das Ende der alten Beziehungen nicht als Anfang eurer neuen Beziehung genommen. Und das wäre nur ehrlich gewesen, Gerede der Leute hin oder her.

Er hat des weiteren mit dir ein Ping-Pong-Spiel gespielt, wurde von dir angezogen, hat dich wieder abgestoßen, wenn er um deine Gefühle für ihn wusste und um deine Sehnsucht nach einer Zukunft mit ihm, dann hätte das so nicht passieren dürfen.

Seine Ex hat es wohl geschafft, ihn davon zu überzeugen, was sie noch verbindet und was sie noch für Gemeinsamkeiten haben.
Dass er sich wieder auf sie eingelassen hat zeigt entweder, wie wenig du ihm bedeutest, dass er sich ablenken will, dass er nicht alleine sein kann oder dass er wirklich noch was für sie empfindet.

Insgesamt ist es doch so, ihr habt euch zum Schluss angelogen, habt gestritten, es war nicht immer alles Friede, Freude, Eierkuchen. Und für ihn war da immer das Unheil eures Altersunterschiedes, das es wohl für ihn "böse" gemacht hat. Deswegen hat er irgendwann jetzt zum Schluss Nägel mit Köpfen gemacht und bricht den Kontakt ganz ab. Und mit dieser Einstellung, diesem Cut, hast du keine Chance mehr, wie sehr du auch darunter leidest.

Auch er leidet vielleicht und meidet daher jede mögliche Nähe, sei es beim Einkaufen oder sonstwo.

Du hast Angst davor, nach der Scheidung alleine dazustehen. Weder Ex-Mann noch Freund sind übrig geblieben.

Das ist hart und tut weh.
Gerne begleiten wir dich durch diese harte Zeit.
Reife daran, finde zu dir selbst, such neue Kontakte und versuche es anzunehmen, dass es so kam.

Alles Gute.
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El Nino (15.01.2012)
Alt 15.01.2012, 20:31   #3
Kim
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AW: Kämpfen oder aufgeben?

Ich danke Dir, Kathrin für deine Worte.

ja, irgendwie hast Du recht. Er hat diesen Cut gezogen. Nur leider nicht wirklich konsequent. Dafür muss ich leider (wieder) etwas weiter ausholen.

Wir haben beide ein großes "Problem". Wir sind Nachbarn und wohnen keine 50 Meter auseinander. Beide in unseren Eigenheimen. Das macht einen eventuellen Umzug für uns beide natürlich nicht einfach. Zumal ich hier mein absolutes Traumhaus geschaffen habe. Durch diese Nähe bekommt man alles voneinander mit. Er noch mehr von mir, als ich von ihm. Ich muss mehrmals am Tag bei ihm am Haus vorbei weil er auf der Zugangsstraße zu meinem Grundstück wohnt. Da sehen wir uns ständig. Mehrere Male am Tag.

Oft sehe ich ihn, wenn er auf der Terasse steht, mit seiner Zigarette in der Hand. Gedankenversunken zu meinem Haus rüber schaut. Wenn er mich sieht, schauen wir uns an. Er scheint zu warten, dass von mir etwas kommt. Nur was? Wie soll ich mich verhalten, wenn er doch sagt, er will keinen Kontakt mehr?

Ich hatte vor einiger Zeit ein Gespräch mit seiner Mutter. Sie meinte, er könne nicht allein sein. Egal welche Gesellschaft. Hauptsache überhaupt welche. Ich verstehe mich gut mit seinen Eltern, mit seinen Brüdern, seinen Schwägerinen. Wir feiern alle gemeinsam unsere Geburtstage, treffen uns Öfter zum netten Beisammensein. Auch, weil wir alle in einer Straße leben. Ich bekomme quasie von ihm und seinen Leuten die wolle Dröhnung. Ihn und seinen kleinen Bruder auf der einen Seite, seine Eltern und seinen großen Bruder auf der anderen. Nur er, er zieht sich aus dieser großen Gesellschaft seit gut einem Jahr immer mehr zurück.

Wir hatten soviele Pläne, soviele Ideen. Er sagte mal zu meiner besten Freundin, er würde mir nicht glauben, dass ich ihn wirklich liebe. Er meinte mal, ich habe ihn schon Früher kaum beachtet. Damit meint er die Zeit, als unser Kontakt nur aus Nachbarschaft bestand. Ich zog 2006 hier in die Siedlung. Sie besteht aus 11 Häusern ausserhalb einer 2000Seelen-Gemeinde. Alles sehr familiär und privat hier. Damals wohnten wir noch zur Miete. Haben dann 2007 unser Haus hier gekauft und sind zwei Häuser weiter ins Eigenheitm gezogen. 2009 wurde der Kontakt denn zueinander enger. Ich habe damals schon gemerkt, dass er sehr nett war. Viel rum gekaspert hat, wenn er mich sah. Ich dachte damals noch, er sei einfach so. Nett, lustig, aufgeschlossen. Nie wäre ich darauf gekommen, da könnte mehr hinter stecken. Bis er diesen einen Satz sagte.... "Du hast mich schon damals als Du noch bei ***** gewohnt hast, nicht beachtet!" Macht man sich solche Gedanken, wenn es "nur" um eine Nachbarin geht?

Mir würde es irgendwie schon helfen, wenn ich wüsste, dass das nicht alles nur ein Spiel für ihn war. Ich keine kleine Abwechslung war. Ja, damit wäre ich schon zufriedener. Ich weiß ja selber, dass es mit uns dauerhaft schwer geworden wäre. Ich weiß aber auch, dass ich mit ihm Momente und Gefühle erlebt habe, die ich so noch nie kennen gelernt habe. Manchmal glaube ich, ich habe noch nie so geliebt, wie ihn.

So ein Seitensprung, eine Affäre ist immer ein schwerer Ausgangspunkt für eine Beziehung, finde ich. Ich hätte immer im Hinterkopf, dass er seine Freundin betrogen hat. Betrogen mit mir. Ich hätte immer im Kopf, dass er es mir irgendwann genauso antut. Es wäre also von Anfang an schwer. Oder sogar aussichtslos?

Ach ja. Vor Kurzem wurde meine Hündin vergiftet. Ich habe eine Sammel-SMS an alle Hundehalter hier im Umfeld geschrieben. Auf der Liste atnd er auch. es dauerte keine 2 Minuten und ich hatte Antwort. Er erkundigte sich ganz lieb nach meiner Hündin und fragte sogar einige Tage später nochmal nach, wie es ihr ging.

Geändert von Kim (15.01.2012 um 20:49 Uhr)
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Alt 15.01.2012, 20:34   #4
El Nino
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AW: Kämpfen oder aufgeben?

Schöne Worte von dir Kathrin, die eigentlich so ziemlich alles sagen.
Ich denke es ist erstmal das beste für dich Kim, wenn du wirklich erstmal alleine bist. Du warst lange in einer Beziehung in der - wie du es selbst sagtest - sehr unglücklich warst. Dann trafst du einen anderen und hast natürlich da sehr viele Hoffnung hineingelegt, welche nun erstmal verarbeitet werden müssen. Es ist sehr viel passiert, viele Worte sind gefallen und viele Nerven mussten dafür liegen gelassen werden.
Da bedarf es einfach eine gewisse Zeit, sich wieder selbst zu finden, die Ruhe zu nutzen, eben nicht immer den Gedanken daran verschwenden, ob die Ex bei dem Mann ist oder wann er sich doch wieder bei dir melden wird. Mach für dich selber ein Cut und fange neu an, auch wenn es wie immer leichter gesagt, als getan ist.

lg El Nino
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Es gibt nicht nur schwarz und weiss, du musst auch die Grauschattierungen dazwischen sehen.
Alles Schlechte hat irgendwo etwas gutes, auch wenn wir dies erst später bemerken.
Freunde sind wie Sterne...Man sieht sie nicht immer, aber sie sind immer da.
Helfende User wünschen sich häufiger ein Dankeschön, nicht nur ich
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Alt 15.01.2012, 20:54   #5
Tomek
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AW: Kämpfen oder aufgeben?

Hallo Kim,
…eine traurige Geschichte, so geliebt zu werden ist was Besonderes
für einen Mann, deshalb finde ich es sehr schade, dass eure Liebe
so zu Ende ging. Fakt ist, dein Freund war nicht in der Lage die Farbe zu bekennen, seine Gefühle klar zu definieren und letztendlich auf vernünftige, verantwortungsvolle Weise seine Absichten zu offenbaren.
Liebe Kim, ich bin selbst über 40, deshalb versuche ich seine Situation bisschen zu verstehen. Was fühlt ein Mann wenn eine viel jüngere Frau an seiner Seite steht?
Man(n) ist stolz, man genießt, man vergisst die Welt und seine Realität. Und… man hat Angst, weil das alles nur ein Traum ist, ohne reale Zukunftsaussichten.
Ihr habt die Liebe gelebt, sie war ein Hafen der Geborgenheit und Ruhe in den zerbrochenen Beziehungen da draußen.
Irgendwann musste dein Freund die wichtige Entscheidung treffen,
nicht nur für sich alleine, sondern auch für dich, für dein Leben.
Es ist verdammt schwer, die Verantwortung voll zu übernehmen
wenn Unsicherheit, vielleicht Eifersucht und das Bewusstsein eigenes Alters im Hintergrund steht. Sicherlich hat er die Zeit mit dir sehr genossen, deine Erwartungshaltung und Entschlossenheit waren für ihn scheinbar jedoch zu ernsthaft, als er selbst die Wahl treffen sollte.
Kim, hast du dir wirklich die Zukunft mit ihm vorstellen können,
fandest du seine Bedenken und Ängste nicht irgendwie berechtigt?
Er hat sich doch selbst die Gedanken gemacht wie es funktionieren sollte, wie es weiter laufen könnte mit euch, mit den potenziellen Kindern, deinem und seinem Freundeskreis, mit den gemeinsamen Interessen und Lebensansichten. Hast du dich selbst nicht gefragt, wie die Liebe aussehen wird in paar Jahren, wenn der Altersunterschied viele andere Lebensbereiche beeinflusst?
Kim, ich glaube, trotz der ganzen Feigheit, hat dein Freund aber
gewisse Vernunft gezeigt, er hat dir zu verstehen gegeben, dass diese Beziehung auf Dauer wenig Chancen hat und er hat (trotz der Liebe) dir den freien Weg verschafft für eine vielleicht glücklichere Zukunft.
Das hat ihm sehr traurig gemacht, ich kann mir vorstellen was in ihm jetzt vorgeht, er leidet bestimmt auch sehr, auch wenn er dir aus dem Weg geht.Du fühlst dich jetzt alleine, du fühlst dich schlecht, das kann ich sehr gut mitfühlen, trotzdem solltest du ihn und seine Entscheidung akzeptieren,die Zeit wird schon deine Wunden heilen, irgendwann wirst du das ganze vielleicht anders sehen, vielleicht aus der Perspektive einer neuen glücklichen Beziehung.

Achtungsvoll
Tomek
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Kim (15.01.2012)
Alt 15.01.2012, 21:29   #6
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AW: Kämpfen oder aufgeben?

Ja, ich glaube auch, dass dein Freund leidet. Allerdings mehr aus Selbstmitleid, als aus der Erkenntnis heraus, etwas Großes vorbeiziehen gelassen zu haben.

Also: ich bin selbst seit nunmehr einem halben Jahr von meinem Freund getrennt. Ich habe damals den Schlussstrich gezogen, obwohl ich ihn in der Tat noch sehr liebte, aber es war zu viel negatives passiert. Nun ja, es vergeht kaum ein Tag, an dem ich nicht immer noch an ihn denke, obwohl ich in einer neuen Beziehung bin. Wehmütig, entweder an die schönen Zeiten denkend oder aber wütend auf die damaligen Geschehnisse. Wir hatten anfangs Großes geplant. Eine gemeinsame Zukunft, gemeinsam alt zu werden.
Er wohnt nicht allzu weit von mir weg und wenn ich zur Tankstelle fahre, schaue ich immer, ob in seiner Wohnung Licht brennt oder sein Auto da steht. Ich ertappe mich dabei, nach Autos zu gucken, wie er eines hat. Zu hoffen, ihn bei unserem Supermarkt zu treffen.
Gleichzeitig will ich aber nichts mehr von ihm. Ich weiß einfach, es kann nicht klappen.

So stelle ich mir deinen Freund vor, wenn er an dich denkt.
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Alt 15.01.2012, 21:48   #7
Kim
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AW: Kämpfen oder aufgeben?

Ja, ich hätte mir schon etwas Festes mit ihm vorstellen können. Zumindest hätte ich den Sprung ins kalte Wasser mit und für ihn gewagt. Die Gefühle waren da, zumindest von meiner Seite aus und Liebe versetzt bekanntlich Berge.

Ja, vielleicht bin ich in dieser Hinsicht naiv. Aber das möchte ich mir bewahren.

Ich hatte schon immer den Hang zum Älteren. Als ich meinen Mann kennen lernte, war ich 15. Er 25. Mein Freundeskreis besteht nur aus Älteren. Ab 40. aufwärts. Ich habe keine Kinderwunsch. Hatte ich auch noch nie. Er wusste davon. Ich habe das immer offen gesagt und überall dazu gestanden.

Ich habe von einem guten Freund von ihm erfahren, dass er von seiner ersten Freundin nach 17. Jahren verlassen wurde, weil er ihr den Kinderwunsch nicht erfüllt hat. Sie war kein halbes Jahr von ihm weg, da war sie schwanger. Ich glaube, dass hat ihm sehr weh getan und einiges verändert in seinem Leben und an seiner Einstellung.

Ich weiß, dass es nicht leicht geworden wäre, für uns. Aber eigentlich standen unsere Chancen doch gar nicht sooo schlecht. Unsere Familien mögen sich alle untereinander, die selben Interessen, gemeinsame Ansichten, tolle Gespräche. Der Sex stand auch nicht im Vordergrund. Dazu kam es, verhältnissmäßig wenig.

Wir konnten Stunden reden, waren wir nicht zusammen, haben wir telefoniert. Abends schickte mich seine SMS in den Schlaf, Morgens weckte sie mich. Ich habe mich für seine Arbeit interessiert, er sich für meine. Ich dachte wirklich, dass passt!
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Alt 15.01.2012, 22:01   #8
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AW: Kämpfen oder aufgeben?

Ja, es hätte wohl passen können, wenn er sich getraut hätte.
Jetzt dagegen ist schon wieder so viel passiert - seine Ex-Freundin spielt wieder mit - dass es für ihn ungleich schwieriger geworden ist, eventuell doch auf seine Gefühle zu dir zu hören und den großen Schritt zu wagen.

Und dann noch mit seiner Hintergrundgeschichte. Das ist natürlich heftig, nach 17 Jahren verlassen... Kenn ich auch von Bekannten, das nagt an einem und prägt einen. Das ist in der Tat ein wichtiger Baustein, sein Verhalten dir gegenüber zu erklären.

Leider hilft dir das nicht weiter.
Du kannst es dir vorstellen mit ihm, er sich mit dir aber wohl nicht.
Wegen was auch immer, aber um ihn kämpfen fände ich in der derzeitigen Situation falsch.

Du weißt, dass zwischen euch was Besonderes war und kannst es nicht fassen, dass die für dich belanglosen Gründe dazu führten, dass er sich gegen dich entschieden hat.
Aber es ist so.
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Alt 15.01.2012, 22:05   #9
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AW: Kämpfen oder aufgeben?

Ich habe gerade eben von einem zuverlässigen Bekannten erfahren, dass bei den beiden dieses Jahr die Hochzeizsglocken läuten werden...
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Alt 15.01.2012, 22:15   #10
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AW: Kämpfen oder aufgeben?

Oh weh. Das muss ein ziemlicher Schlag für dich sein.
Lass es nicht zu nah an dich rankommen.
Er war schon vorher für dich verloren.
Und nun ist es 100% sicher, dass er feige den für ihn einfacheren Weg geht und für dich keine Chance bestand.

Sei wütend auf ihn.
Trauere.
Verarbeite.
Du wirst ihm und seiner Frau immer wieder begegnen, wenn du da wohnen bleiben willst. Ihr habt den gleichen Bekanntenkreis und verheiratet nimmt er sich vielleicht nicht mehr raus.
Entweder musst du lernen, damit umzugehen, oder aber du musst dich komplett neu orientieren und evtl. dein Zuhause aufgeben und erstmal eine Weile woanders hingehen. Klingt zwar nicht so, als ob das dein Weg wäre, aber es ist eine Option, falls es zu hart für dich ist.

Denk dran, egal was war, andere Mütter haben auch hübsche Söhne.
Du wirst irgendwann mit einem anderen Mann die Liebe wieder finden. Auch wenn du jetzt kurz nacheinander 2 Lieben verloren hast.
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