Nun ist schon einige Zeit vergangen und ich dachte mir, ich schreibe hier mal wieder. Viel verändert hat sich an der Situation nicht. Allerdings versuche ich, wieder nach anderen Dingen im Leben zu suchen, die mir Freude bereiten.
Ich habe wieder angefangen, mehr für mich und meinen Körper zu tun. Ich habe im Jahr 2006 durch eine fiese Krankheit knappe 50 Kg an Gewicht zugenommen. Im Jahr 2009 habe ich innerhalb kurzer Zeit über 30. Kilo verloren. Danach gönnte ich meinem Körper eine Pause und hielt mein Gewicht. Vor wenigen Tagen habe ich wieder begonnen, mit der Reduzierung. Endspurt, also.

Kommenden Freitag gehe zum Friseur. Eine Veränderung muss her!
Ausserdem habe ich mich entschieden, wieder mit dem Reiten anzufangen. Habe das bis zu meinem 15. Lebensjahr aktiv gemacht und freue mich darauf. Was nützt es mir, hier Zuhause traurig rum zu setzen und das Leben draussen an mir vorbei ziehen zu lassen?

Für kommenden Samstag habe ich mir einige Freunde eingeladen. Leute, die ich in letzter Zeit sehr vernachlässigt habe, weil ich soviel mit meinen Sorgen beschäftigt war.
Vorgestern bin ich IHM beim spazieren gehen mit meinem Hund begegnet. Er lief einige Meter vor mir. Sein Hund stand mitten auf dem Weg, hat zu mir geschaut, wollte mich begrüßen.Er hat ihn dann ziemlich unsanft hinter sich her gerissen. Das tat mir leid. Bei ihm habe ich wieder mal gezeigt bekommen, dass er mich nicht anschauen kann. Das war schon immer sein Problem. Sein O-Ton:"wenn ich dich ansehe, schmeiße ich alles über Bord und verfalle dir maßlos!" Es war wirklich so. Haben wir miteinander geredet und uns dabei tief in die Augen geschaut, hat er das Thema vergessen, vor sich hin gestottert und konnte nicht mal mehr gerade stehen.
Wir haben dann immer ein kleines Spielchen daraus gemacht. Ich habe ihn angeschaut, er hat sich weg gedreht oder über mich weg gesehen. So als Flirterei, quasie.
In solchen Situationen, wie beim Spaziergang macht sich der Gedanke in meinem Kopf breit, dass es ihm anscheinend noch näher geht, als mir...
Mir ist es gelungen, mit hoch erhobenem Kopf, geradem Rücken, lächelndem Blick an ihm vorbei zu laufen. In dem Moment hatte ich das Gefühl, unheimlich stark zu sein. Auf meinem Rückweg bin ich bei ihm Zuhause vorbei gelaufen. In der Küche stand seine Freundin und schaute aus dem Fenster. Ich konnte es mir nicht verkneifen, vor mich hin zu grinsen. Im Prinzip kann sie mir nur leid tuen. Sie weiß von seiner Untreue, sie weiß das er sie belügt. Sie selber hat ihn ständig ertappt. Wenn es das ist, was sie will... Sollen sie glücklich werden.
Ich war schon des Öfteren verliebt. Ich weiß, dass es aufhören und irgendwo anders neu beginnen kann und wird. Liebe allein ist nicht alles. Und wer weiß wofür es gut ist, dass wir nie wirklich zusammen kamen. Vielleicht wäre ich dann jetzt schon die tot unglückliche, betrogen Partnerin die jedes Fünkchen an Selbetvertrauen verlieren würde...aus "Liebe"?!?