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07.09.2008, 20:33
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#1
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Neuer Benutzer
BK-Mitglied
Registriert seit: 07.09.2008
Beiträge: 1
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Krankhaft verzweifelt
Hallo,
hab dieses Forum per Zufall gefunden und ich hoffe, mir kann irgendjemand ein bisschen beistehen.
Meine Geschichte:
Ich bin mit meinem Freund schon 3 Jahre zusammen. Alles läuft mehr oder weniger gut, wenn nicht, liegt das an mir. Denn ich bin Bulimikerin und das ist für eine Beziehung immer schwer. Aber alles andere war immer gut bei uns und ich bin durch das Zusammensein mit ihm schon viel gefestigter gewesen als all die Jahre zuvor.
Ich habe im April dann einen Mann an meiner Uni kennengelernt und nach freundschaftlichem Kontakt und keinen weiteren Wünschen meinerseits (!) hat er mir dann irgendwann gestanden, sich in mich verliebt zu haben. Eine Weile war ich hin und hergerissen und ich schäme mich sagen zu müssen, dass ich meinen Freund betrogen habe. Klar weiß ich, dass man jetzt das Urteil über mich schon gefällt haben wird, aber ich kann es nun nicht mehr ändern.
Ich dachte wirklich, vielleicht ist er der richtige für mich und ich müsste meine Beziehung beenden. Habe teilweise vielleicht auch mehr versprochen, als ich halten konnte, nur um in seiner Nähe zu sein. Er hat mich wirklich in allem aufgefangen, was ich mir wünschen konnte.
Nun bin ich im Ausland, werde hier noch länger studieren und habe einen riesen Fehler begangen. Weil er mich gezwungen hat, mich nun endlich zu "entscheiden" habe ich ihm - zwar nicht direkt- aber so leicht angedeutet, wieder solo zu sein. total krank, ich weiß, aber ich kann menschen nicht verlieren, dann gehts mir meist so schlecht, dass ich das nicht ertragen kann.
Jedenfalls denkt er nun, er sei mit mir zusammen. Und ist überglücklich. Ich allerdings habe lange lange nachgedacht und mir wirklich sehr viele Vorwürfe gemacht und auch von Freunden angehört. Und ich sehe es jetzt klarer denn je: ich will, wenn das möglich ist, mit meinem Freund zusammenbleiben. Ob das nach einem solchen Betrug noch möglich ist, weiß ich nicht. Aber wenn, dann möchte ich es so sehr.
Aber ich muss nun den Schritt gehen, es dem anderen zu sagen. Und das möglichst so, dass er nicht das Ausmaß meiner Falschheit mitbekommt. Denn wenn ich ihm sage, dass ich ihn so angelogen habe, wird es ihm sehr schlecht gehen. Er isst dann immer nichts und ist selbst am Rande einer Essstörung. Andererseits muss es sofort aufhören, denn meine Krankheit ist so schlimm wie nie und ich kann mich auf fast nichts anderes mehr konzentrieren.
Soll ich es ihm nun um die Ohren hauen, damit es sozusagen einen klaren und ehrlich Bruch gibt und er mich wenigstens als das sehen kann, was ich bin: eine Lügnerin? Oder lieber etwas halbwahres sagen, das ihn aber nicht so sehr verletzt?
Ich brauche wirklich Hilfe, weil ich so sehr in diesem Konstrukt gefangen bin, dass ich nicht ein noch aus weiß. Ich wollte nie jemandem weh tun, deshalb bin ich immer den Weg des geringsten Widerstands gegangen und das geht nun natürlich total nach hinten los. Mir geht es wirklich sehr sehr schlecht.
Gruß,
Morgenstern
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08.09.2008, 10:36
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#2
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Puckerzuppe
BK-Team
Registriert seit: 20.03.2008
Alter: 38
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AW: Krankhaft verzweifelt
Morgenstern,
wenn man Scheisse baut, muss man auch dazu stehen und sich nicht irgendwie herauslavieren. Das ist meine Meinung.
Und schieb nicht den Grund für Deine Eßstörung auf die äußeren Umstände, sondern such sie in Dir. Niemand zwingt Dich zu Fressattacken und niemand zwingt Dich, anschließend zu erbrechen. Das machst Du ganz alleine.
Und ein wirklich gut gemeinter Rat von einer ebenfalls Essgestörten: Setz Dich mit Dir selbst auseinander und krieg Deine Ernährung in den Griff. Hör auf, Dich dahinter zu verstecken. Ja, das geht!
Wenn Du Dich selbst im Griff hast, fällt es Dir auch leichter, mit solchen Situationen umzugehen bzw. Du kommst vielleicht gar nicht erst in solche Verlegenheiten.
Allerdings erfordert das Kraft, Kampfgeist und Konsequenz.
Das wünsche ich Dir!
TZ
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