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14.04.2011, 21:27
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#1
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Maravilla
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Spanische Dominanz
Da es bei Bk auch noch andere Foren gibt, möchte ich diesmal die Welt des Fußballs aufgreifen. Da ich aber kein Freund des deutschen Fußballs bin (schnell in Deckung geh), berichte ich viel lieber über die Südeuropäer, genauer gesagt den schönen Land Spanien.
Viele wundern sich immer wieder, wie ich als gebürtiger Deutsche denn so ein großer Fanatiker von Espana bin. Spätetens nach dem Champions League Finale 01/02 zwischen Bayer Leverkusen - Real Madrid, haben es mir die Spanier angetan. Vorallem der Junge Iker Casillas machte mich sprachlos, weil der damals 21 Jährige Torhüter mit seinen (überirdischen-) Paraden die Leverkusener zum verzweifeln brachte und Real am Ende zum 2:1 Sieg verholf. Ab dem Zeitpunkt hatte ich mein Idol in ihm gesehen (da ich selber 11 Jahre lang Torhüter war). Aber auch die Galionsfigur Raúl González (mittlerweile bei Schalke 04), tat es mir an. Bei der Wm in Südkorea, brach ich damals als 12 Jähriger fast in Tränen aus, als man im Elfmeterschießen gegen den Gastgeber ausschied und wieder nicht, über das Viertelfinale hinaus kam.
Spanien hat schon immer eine überragende Mannschaft gehabt, allerdings sorgten oft Konflikte (vorallem von den Spielern aus Madrid und Barcelona), hoher Erwartungsdruck und viel Pech dafür, das es bis dahin nur einmal zum Europameister (1964). Dies sollte sich aber im 21 . Jahrhundert ändern. Während der ewige Zweikampf zwischen Real Madrid und dem FC Barcelona in die nächste Runde geht, entwickelt sich eine neue Spielart. Diese wird nicht etwa durch den Rekordträger aus Madrid praktiziert, sondern durch den FC Barcelona, der zuvor mehrere Jahre ohne Meistertitel auskommen musste. Die Spielart von Barcelona nennt sich "Tiki Taka", was einfach übersetzt Kurzpassspiel bedeutet, wobei das Spiel stets solange verschoben wird, bis sich die passende Lücke öffnet und dann eröffnete Pass gespielt werden kann. Waren es vor einigen Jahren noch Spieler wie Luis Figo, Luis Enrique, Ronaldinho, Deco, Iniesta und Xavi (beide Eigengewächse), sind es seit den letzten Jahren weiterhin Jungs aus der Talentschmiede "La Masia" die auf die Namen Xavi, Iniesta (nicht selten auch Xaviesta gennant), Pedro und Messi hören.
Mittlerweile ist es nichts seltenes (aber dennoch immer erstaunlich), wenn der FC Barcelona am 65-75% Ballbesitz in 90 Minuten auf der Statistiktafel verbuchen kann! Durchschnitt hat eine dominierende Mannschaft oft nur 60-65% gegen kleinere Gegner. Bei Barca sieht das anders aus. Selbst bei Spitzenmannschaften liegt der Ballbesitz in dieser Grenze. Nicht anders sah es am 29.11.2010 gegen den Rivalen aus Madrid aus (die Mannschaft mit den meisten Titeln!), wo es ein denkwürdiges 5:0 Seitens des FC Barcelonas gab.
Diese Spielfreude von Barcelona, spiegelt sich auch in der Spanischen Nationalmannschaft ab, wo oftmals 6-7 Spieler des FC Barcelonas in der Startelf stehen! Luis Aragonés der damalige Trainer der "La Furia Roja" (die rote Furie), wusste dies zum Vorteil zu nutzen und holte mit seinen Jungs, nach 44 Jahren den Europameistertitel zurück auf die Iberische Halbinsel. Bester Torschütze wurde damals David Villa "Maravilla" (David Villa "das Wunder") mit 4 Toren. Im Finale war es aber ein anderer Stürmer, der die Träume der Deutschen Auswahl wie eine Seifenblase zerplatzen ließ. Fernando Torres " El Nino" (das Kind"), machte sich mit seinen Treffer zum 1:0 unsterblich.
2010 galt Spanien als großer Favorit auf dem WM Titel (wie all die Jahre zuvor) und dementsprechend groß, war die Erwartungshaltung an die Jungs. Die Niederlage im Auftaktspiel gegen die Schweiz, kam quasi gerade recht, denn zuvor ist man durch die Qualifikation mit 10 Siegen aus 10 Spielen souverän durchspaziert. Zuvor gelangen weitere Rekorde z.b 15 Siege infolge bzw. 35 Spiele ohne Niederlage. Nach der Auftaktniederlade, folgten aber nur noch Siege, unteranderem auch gegen Deutschland, die Rache an dem verlorenen Finale 2008 nehmen wollten. Siegten die Deutschen zuvor souverän gegen schwache Argentinier mit 4:0, so fand man in Spanien erneut seinen Meister. Wieder siegte Spanien mit 1:0, diesmal blieb das Bild von Carles Puyol "El Tiberun" (der Hai) hängen, der mit seinen wuchtigen Kopfball nach eine Ecke, wieder die Träume der Deutschen Auswahl beenden musste.
Im Finale traf man auf die Holländer, die auf das "Tiki Taka" der Spanier nur eine Antwort hatte: Den Gegner von den Beinen holen, koste es was es wolle.
Lange Zeit funktionierte dieses Spiel (insgesamt 13 gelbe Karte und 1 gelb-rote gab es in diesem Spiel), unteranderem auch, weil Schiedsrichter Howard Webb das Spiel nie wirklich unter Kontrolle hatte, da sonst Nigel de Jong durch seinen Kung-Fu Tritt gegen Xabi Alonso nach gut 45 Minuten nicht mehr auf dem Platz hätte stehen dürfen. Am Ende wurde Andres Iniesta zum Man of the Match gekürt, da er in der 116. Minute das entscheidene 1:0 schoss und am Ende mit seinen Spruch auf dem Shirt, seinen verstorbenen Freund Daniel Jarque vom Lokalrivalen Espanyol Barcelona gedachte.
Spanien war nach Deutschland die erste Mannschaft, die zuerst Europameister und dann Weltmeister wurden.
In der Saison 2008/2009 gelang dem Barcelona etwas einmaliges. Man holte in dieser Saison mit dem spanischen, Meistertitel, spanischen Pokal, spanischen Superpokal, der Champions League, der UEFA Super Cup und der Fifa Klub Weltmeisterschaft alle 6 Titel die möglich waren.
Am Ende kann man noch sehr viel über Barcelona erzählen, aber es kürze es ab, indem ich noch erwähne das Barca als einziges Team 107 ohne Logo auf der Brust spielte, sprich keinen festen Sponsor wie all die anderen Mannschaften. Ab 2006/2007 spielte man mit dem UNICEF Logo auf der Brust und anstatt Geld zu bekommen, spendete Barca jährlich 1,5 Millionen Euro an UNICEF. Ab 2011/2012 kommt mit Quatar Foundation der erste richtige Sponsor, wo man jährlich ungefähr 30 Millionen Euro bekommen wird.
Barcelona hat den Spruch Més que un club (mehr als ein Verein) als Vereinsmotto.
Schlußendlich bleibt mir nur zu sagen, das ich Barca Anhänger bin, obwohl ich 2 Spieler von Real als Idole hatte
Wer es geschafft hat den gesamten Text zu lesen, konnte ich hoffentlich ein bisschen meine Leidenschaft vom Spanischem Fußball erläutern
Visca Barca! (es lebe Barca)
lg El Nino
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Geändert von El Nino (15.04.2011 um 08:08 Uhr)
Grund: Nachtrag
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15.04.2011, 10:33
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#2
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Puckerzuppe
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AW: Spanische Dominanz
Ich hab's komplett gelesen, weil ich generell ein großer Fußball-Fan bin und ich Deine Begeisterung für den spanischen Fußball durchaus verstehen kann. Dennoch bin und bleibe ich der deutschen Mannschaft treu; egal unter welchem Trainer, egal mit welcher Mannschaft, egal wie die Quali gelaufen ist... Werde ich gefragt, wer Europa- oder Weltmeister wird, lautet die Antwort immer Deutschland.
Nicht, weil ich immer vom Spiel überzeugt bin (gerade unter Voigts und späte runter Stielicke war das wohl grottig), sondern weil ich seit 1990 einfach Fan der Nationalmannschaft bin. Punkt.
So wie ich viele Fans der Fohlen-Elf kenne, obwohl Gladbach fast in jeder Saison gegen den Abstieg kämpft. Wenn man Fan ist, sollte man auch in schlechten Zeiten Fan sein und an die Mannschaft glauben. Nicht umsonst nennt man die Zuschauer den 12. Mann.
Und gerade von unserer jetzigen Multi-Kulti-Nationalmannschaft bin ich hellauf begeistert. Das macht wieder richtig Spaß zuzuschauen (ok, nicht gerade die C-Aufstellung gegen Australien), wenn Özil, Müller und Klose sich ausprobieren und man ihnen die Spielfreude regelrecht ansehen kann.
Aber ich bin auch realistisch genug, den Spaniern Respekt zu zollen und ihnen zuzugestehen, dass sie derzeit weltweit die beste Nationalmannschaft stellen. Dennoch sind auch sie zu schlagen und haben Form- oder Motivationstiefs wie jede andere Mannschaft auch.
Ich freue mich auf die EM im nächsten Jahr.
Und ich werde dieses Jahr mal das Experiment Frauen-Fussball wagen und mir die WM anschauen.
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15.04.2011, 12:49
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#3
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Maravilla
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AW: Spanische Dominanz
Ich respektiere deine Einstellung auch, keine Frage, allerdings kann ich mich gerade mit der Multi-Kultur der Deutschen Auswahl überhaupt nicht identifizieren (auch wenn das heutzutage normal ist). Auch kann ich mich damit nicht anfreunden, das viele Spieler überhaupt nicht in Deutschland geboren sind und dennoch für dieses Land auflaufen dürfen z.B. Podolski, Trochowski, Klose, Cacau uvm.. Bitte denke nicht von mir das ich ein Rassist oder so wäre, denn das bin ich nun wirklich nicht, aber ich bin der (manchmal zu engstirnigen) Meinung, das jemand nur für ein Land auflaufen sollte, wenn er in diesen geboren ist. Natürlich werden jetzt Einwände kommen wie, das jemand sein ganzen Leben eben in diesen Land gelebt hat, auch dafür Spielen dürfte, aber soweit wollte ich eig. nicht ausholen. Außerdem soll jeder den Verein/Land unterstützen, mit dem er sich identifizieren kann  Barcelona Anhänger bin ich erst seit 2006, also als Barca die Schönheit des Fußball wieder aufleben ließ. Das sie schon zuvor eine Weltmannschaft, war mir in dem Moment eher zweitrangig. Mich faszinierte ihr Spiel, wie sie nach jeden Tor zusammen in den Armen lagen (egal ob es 1:0 oder 5:0 für sie stand) und so ihren Zusammenhalt demonstrierten. Die Jugendförderung ist ebenfalls sehr erwähnenswert. Wie einst die große Amsterdamer Akademie es vorgemacht hat, ist es das heute "La Masia", weswegen Barca heute diesen gepflegten "Tiki Taka" Fußball spielen können. Selbst die kleinsten der Jugend, spielen genau den gleichen Stil bzw. das gleiche System wie die Herren, weswegen die Aktionen noch flüssiger werden. Immerhin kennen sich die meisten seit der Jugend. Sry das ich ohne Absätze gearbeitet habe. Auf Arbeit ist das leider ein Problem  lg El Nino
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15.04.2011, 15:14
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#4
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Puckerzuppe
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AW: Spanische Dominanz
Und genau das Multi-Kulti-Ding finde ich besonders toll. Ganz ehrlich, mich hat das richtig gefreut, als gerade ganz Deutschland über Sarazzin diskutiert hat und man zeitgleich im TV sehen konnte, wie Fußballfans mit eindeutig nicht-deutschen Wurzeln im DFB-Trikot mit unseren Jungs jubelten.
Nichts hat in den letzten Jahren so viel zur Integration beigetragen wie Fußball, speziell genau diese Nationalmannschaft mit Poldi, Özil, Klose usw.
Ich habe beruflich immer wieder mit Ausländern zu tun, die für ein paar Monate oder ein paar Jahre in Deutschland arbeiten und alle sagen einhellig, dass Deutschland das toleranteste Land ist, das sie bisher kennen gelernt haben; Integrationsdebatten hin oder her. Sie erleben die meisten Menschen freundlich, offen und hilfsbereit und schätzen ihre Herkunftsländer (alle europäischen Länder, aber auch Russland, Asien und die arabische Halbinsel; Afrika und Amerika nur sehr selten, leider) bei weitem nicht so gastfreundlich ein.
Und ich bin sicher, vieles hat mit der WM 2006 zu tun und auch mit eben unserer Nationalmannschaft.
Das Geschehen in diversen Ligen verfolge ich nur am Rande. Ich habe leider keinen Verein, mit dem mich irgendwas verbindet, was ich eigentlich ziemlich schade finde, denn ich gehe gerne ins Stadion. Aber irgendwie steht mir kein Verein nahe...
Hast Du Barca denn schonmal im Stadion erleben können? Das muß doch für Dich dann ein richtiges Fest sein
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15.04.2011, 19:18
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#5
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Maravilla
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AW: Spanische Dominanz
Nein ich war leider noch nicht im Camp Nou 
Allerdings bin ich Ende August bis Anfang September mit ein Kumpel in Barcelona im Urlaub. Wir wollen in erster Linie Urlaub machen, aber hoffen natürlich darauf, das Barca zu dem Zeitpunkt ein Heimspiel hat  Zwar wird das Stadion mit 99.375 Zuschauern nicht voll besetzt sein (außer gegen Real Madrid, Sevilla, Valencia oder Atletico Madrid aber dann würde die Karten extrem teuer werden), aber ungefähr mit 70.000 und mehr Zuschauern, werden wir noch sehr viel Feeling aufnehmen können
Na klar ist das gut, das die Multi-Kultur so gut ins Szene gesetzt werden und ich möchte das auch nicht schlecht reden, ich vertrete nur meine Meinung, wieso ich mich nicht mit der Deutschen Auswahl identifizieren kann. Was ich aber kritisieren muss, ist wenn man jemand einbürgert und in die Nationalelf, nur weil "Stümermangel" herrscht wie es bei Cacau der Fall war. Er sah keine Chance in der Brasilianischen Nationalelf zu spielen und bei Deutschland vielen ein paar Stürmer aus. Aus solchen Gründen, sollte niemand spielen. Wenn jemand seit Kindesalter in den jeweiligen Land lebt ist das etwas anderes, aber mit 19 ist man schon lange kein Kind mehr.
Wahrscheinlich steh ich mit dieser Meinung in der Minderheit, aber gewisse Prinzipien sollte man sich schon setzen. Selbst kleine Staaten wie San Marino oder Andorra erlauben sowas, nur unter sehr strengen Auflagen, welche meist nie bis selten erfüllt werden können. Sonst kann ja jeder eingebürgert werden und die "echten Deutschen" verdrängen und das ist nicht in dem Sinne. Ich hoffe Cacau bleibt ein Einzelfall.
lg El Nino
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