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Alt 27.08.2011, 00:42   #1
Nynamite
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Registriert seit: 31.07.2011
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Warum trauere ich so sehr obwohl ich weiß er ist nicht der Richtige?

Hallo Leute,
Hier bin ich mal wieder. Ich hab die Geschichte von mir und meinem Ex schon ausführlich in einem anderen Beitrag beschrieben.

Hier nochmal die Kurzfassung. Vor 2 Monaten hat mein Ex nach 1,5 Jahren sich ganz plötzlich von mir getrennt. Wir sind beide 20. Daraufhin hat er aber immer den Eindruck gemacht unglücklich mit der Situation zu sein und ich habe mir unglaubliche Hoffnungen gemacht ihn wieder zu bekommen.

Jetzt ist er aus 3 Wochen Urlaub wieder gekommen und ich habe mit ihm ein Gespräch geführt, dass ich mein Leben verändert habe in den 2 Monaten und dass ich glaube, dass wir wieder sehr glücklich werden könnten. Er hat mir jetzt aber plötzlich gesagt, dass er mich in den 3 Wochen gar nicht vermisst hat und mich auch einfach nicht mehr liebt und es deshalb für uns keine Chance mehr gibt. Das hat mich wie ein Schlag getroffen. Den ganzen Tag kreisen meine Gedanken um diesen Satz "ich liebe dich einfach nicht mehr".
Wenn wir mit Freunden unterwegs sind, dann geht er immer sofort weg wenn ich in die Runde komme. Seine Begründung ist er weiß momentan nicht wie unsere weitere Beziehung aussehen wird... Freundschaft oder eben keine, oder vielleicht Hass...? Vor unserer Beziehung waren wir 2 Jahre lang aller beste Freunde.

Das was mich jetzt sehr wundert ist das. Ich habe mir immer eingeredet wir wären füreinander bestimmt, auch nach der Trennung. Ich habe alle schlechten Seiten an ihm runtergespielt und versucht, dadurch dass ich mich ändere, mich komplett so an ihn anzupassen dass wir glücklich sind.
Im Grunde war mir schon sehr lange klar, dass ich mit diesem Mann niemals mein Leben verbringen kann. Er ist total abhängig von seiner Mutter, die letztendlich glaube ich auch Drahtzieher in Sache Trennung war, denn ich hatte den Kontakt zu ihr abgebrochen. Er geht immer nur den Weg des geringsten Widerstandes und kann niemals für das was er will einstehen. Er weiß nicht mal was er selbst will, weil er gleich das macht was andere sagen. Und dann ist er total stur. Wenn er sich etwas in den Kopf gesetzt hat dann denkt er gar nicht mehr differenziert über diese Sache nach. Und das obwohl es meistens sowieso die Idee von wem ganz anderen war. Ich bin ein Familienmensch, aber er hatte nie Lust zu meinen Familienfesten mitzukommen. Meine ganze Familie fand ihn unsympatisch weil er bei solchen Gelegenheiten immer nur irgendwo still in der Ecke saß. Ich bin einfach ein Mensch mit unglaublich viel Tatendrang und Ehrgeiz und er... naja er kriegt nichts auf die Reihe.
Bei dem Gespräch war er aber total überheblich. Ich habe geweint und gesagt ich liebe ihn und er hat gesagt ich dich aber nicht und es ist für dich auch das Beste wenn wir jetzt aufhören zu reden. Ich finde das so gemein... Für mich das Beste. Das klingt als ob es IHM total egal wäre.
Als er sich getrennt hat hat er auch schonmal sowas gebracht. Er sagte es wäre eine Chance für mich aus der Abhängigkeit zu kommen. Er stellt mich so schwach hin, obwohl eigentlich er der Schwache von uns ist.

Jetzt weiß ich aber nicht mehr weiter. Die Liste ist lang, warum er eh nichts für mich ist, aber trotzdem vermisse ich ihn unheimlich. Seine liebevolle Art. Wir hatten eine unglaublich Enge Bindung. Haben über ALLES geredet, wussten ALLES übereinander. Es gab so viele Dinge über mich, die wusste keiner, nur ich und er. Ich hatte seit Jahren keine andere Bezugsperson mehr als ihn. Jetzt will ich wieder schreiben dass ich ihn sooo sehr liebe. Aber ist das überhaupt noch liebe. Ich vermisse die Zuneigung so sehr, und dass er mich nicht mehr liebt tut unendlich weh. Aber im Grunde weiß ich, dass ich mit ihm nur unglücklich werden würde.

Warum tut es so weh, warum vermisse ich ihn dann so? Ich kann nicht schlafen und ich würde ihn trotz allem sofort zurück nehmen. Was läuft da falsch? Wenn ich in meinem Bett alleine aufwache dann hab ich das Gefühl mir wird die Luft abgeschnürrt. Wir hatten eine so starke, intensive Bindung, ich komme nicht damit klar, dass das einfach aus meinem Leben gestrichen werden soll. So oft wünsche ich mir nur einfach mal mit ihm zu kuscheln und endlich wieder diese Wärme zu spüren. Ich komm nicht mit meinem Gefühlen klar. Und erst recht nicht damit wie kalt er ist. Das passt nicht zu ihm. Solange ich ihn kannte war er immer der wärmste Mensch überhaupt. Diese Härte und Gefühllosigkeit... Ich weiß auch nicht.

Warum bin ich so fertig mit den Nerven obwohl ich genau weiß, in ein paar Jahren werde ich die Hände über dem Kopf zusammenschlagen dass ich den Kerl los bin und mich nicht tiefer in die Scheiße geritten habe...? Bitte helft mir.
Nynamite ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 27.08.2011, 07:12   #2
Tuckerzoertchen
Puckerzuppe
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AW: Warum trauere ich so sehr obwohl ich weiß er ist nicht der Richtige?

Bei Dir herrscht eine deutliche Diskrepanz zwischen Verstand und Gefühl. Auf rationaler Ebene hast Du längst begriffen, dass die Trennung richtig und langfristig für Dich besser ist.

Emotional ist das noch nicht angekommen. Und das dauert sicher noch einige Zeit, aber es wird passieren.

Die Momente, in denen Du Dich total beschissen fühlst und in denen Dir zum Heulen zumute ist, sind derzeit noch vorherrschend, aber Du wirst feststellen, dass sich das nach und nach wandelt und der Abstand zwischen diesen Momenten immer größer wird.

Du schreibst, dass Du ein Familienmensch bist; konzentriere Dich momentan doch darauf. Lenk Dich ab, geh aus, triff Dich mit Freunden und Verwandten, mach Sport usw. Aber sprich auch über die Trennung und den damit verbundenen Schmerz. Lass die Traurigkeit ruhig zu, aber lass Dich nicht von ihr beherrschen.
__________________
"Nichts auf der Welt ist so gerecht verteilt wie der Verstand. Denn jedermann ist überzeugt, dass er genug davon habe." - René Descartes
Tuckerzoertchen ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 27.08.2011, 09:09   #3
de facto
moderatrix
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Registriert seit: 26.02.2011
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AW: Warum trauere ich so sehr obwohl ich weiß er ist nicht der Richtige?

Hallo Nynamite
Es ist natürlich schade das es so kommen musste, aber vielleicht hilft dir der momentane Zustand dich nicht nur aus einer eventuellen Abhängigkeit von ihm zu lösen, sondern auch präventiv, dich niemals wieder in solch ein Abhängigkeitsverhältnis zu begeben. Die Analyse wer von euch beiden stärker von wem oder der Mutter abhängig war ist müßig, betrachte es nunmehr als Vergangenheit und konzentriere dich auf dich selber. Über Selbstbewusstsein haben wir ja auch schon gesprochen und ich denke, dass das nun die Front ist der du dich stellen musst. Denn einen großen Denkfehler hast du gemacht in den letzten Wochen, du schreibst zwar dass du dich verändert hast aber du gibst auch zu, dass diese Veränderung nur die Anpassung an sein Wesen beinhaltet hat. Dass ist grundsätzlich falsch, zu aller erst solltest du du selber sein können und dann schaut man ob man zu jemandem passt.
__________________
Ein Tropfen Liebe ist mehr als ein Ozean Verstand.
de facto ist offline   Mit Zitat antworten
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