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04.10.2011, 17:39
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#1
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Neuer Benutzer
BK-Mitglied
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Wenn die Zuneigung geht bleibt nur die Gewohnheit
Hallo zusammen,
dieser Text ist ein „wenig“ länger geworden. Ich fange mal die komplette Geschichte an. Vor knapp 14 Jahren habe ich meine jetzige Freundin und Lebensgefährtin kennen gelernt. Ein Jahr später sind wir zusammen gezogen und zunächst war alles recht gut. Wir hatten ein ganz gutes Liebesleben und auch sonst lief es ganz gut. Wenig Streits und wir funktionieren als Team ganz gut. Als wir drei Jahre zusammen gelebt haben begann unser Liebesleben einzuschlafen. Wir sind dann aus der ersten gemeinsamen Wohnung ausgezogen und haben uns was Neues gesucht. Das hat auch alles gut geklappt und als Team klappt alles ganz gut. Immer noch wenig Streit, aber inzwischen sind wir im Laufe der Jahre auf zwei bis dreimal Sex im Monat (!) abgerutscht. Teilweise auch mal einen Monat gar nicht.
Ich habe es mehrfach angesprochen. X-Mal! Mir ist es zu wenig. Egal in welche Richtung es geht. Es ändert sich nix! Null! Ich verzweifle langsam. Ich weiß es nicht mehr, was ich noch tun soll. Ich kann nachvollziehen, dass sie in der Woche zu müde ist. Aber dann müsste doch am Wochenende was laufen. Dann höre ich: Ich brauche jetzt einen Kaffee. Schwupps steht sie auf und entschwindet dem Schlafzimmer.
Man muss dazu sagen, dass eigentlich immer die Initiative von mir ausgehen musste. Von ihr kommt in die Richtung nichts. Ich habe mir das auch abgewöhnt, da ich inzwischen denke: „Wenn von dir nix kommt, Pech.“ Teilweise habe ich schon gedacht, ich sei völlig verblödet, weil ich die Initiative ergreife und dann doch nix passiert. Ich meine, man rennt doch auch nicht immer wieder vor den gleichen Schrank. Ich habe einen Besuch in einem Sexshop vorgeschlagen: Nö, ich war schon mal drin und finde es nicht spannend.
Bringe ich die Problematik zur Sprache, wird sie einsilbig.
Wir bringen beide zu viel auf die Waage. Aber ich liebe sie so, wie sie ist. Sie sagt auch immer, dass sie mich liebt. Aber mehr als in den Arm nehmen ist nicht. Inzwischen ist es mir egal, ob überhaupt noch etwas läuft. Ich habe es oft genug angesprochen, das in dem Punkt unsere Beziehung nicht stimmt. Sie sieht es ein, ändert aber nichts. Wenn dann so Tage sind wie gestern und sie lieber aus dem Bett an die Kaffeemaschine flüchtet, kümmere ich mich lieber um meine Dinge und versuche mein Studium endlich fertig zu bekommen. Ich gebe aber zu, dass ich damit ein wenig wie ein bockiges Kind reagiere.
Egal was ich bisher gesagt habe: Es ändert nichts. Egal was ich verhaltenstechnisch geändert habe: Es ändert sich nichts.
Nun kommt noch erschwerend hinzu, dass man ja kein begnadeter Musiker wird, wenn man nicht regelmäßig übt. Ich frage mich manchmal, ob die Brocken hinschmeißen und die Beziehung zu beenden nicht die bessere Lösung ist. Aber dafür laufen die anderen Dinge wiederum zu gut und wir haben uns eine Menge aufgebaut. Jetzt sind wir ins eigene Haus eingezogen. Mir würden tausend Dinge einfallen, wo man was wie anstellen könnte. ;-) Aber dazu müsste jemand mitmachen. Wir haben innerhalb der letzten acht Wochen, die wir nun in dem Haus wohnen nur einmal miteinander geschlafen.
Wobei ich noch eine Anmerkungen machen möchte: Ich bin in Punkte Sex und Sexualität sehr offen erzogen. Sie anscheinend nicht. Sie mag sich nicht selber streicheln. Und sie war auf einer Klosterschule.
Falls noch einer einen hilfreichen Rat hat, gerne her damit. Ansonsten muss ich wohl sehen, wie ich damit weiter umgehe. Aber zum Glück habe ich noch genug andere Dinge zu tun die mich von dieser Thematik ablenken. Aber glücklich bin ich nicht und ich spüre, dass ich langsam aber sicher unglücklicher werde und innerlich immer mehr aussteige. Wobei ich fremdgehen oder ähnliches nicht als Option sehe. Vielleicht kommt es noch. Aber ich sehe es nicht als Lösung.
Wir haben beide viel in den letzten Wochen, Monaten und Jahren geleistet. Sie arbeitet Vollzeit mit einem Nebenjob. Ich arbeite auch Vollzeit und studiere nebenbei. Das wird ein Grund sein. Aber nicht die Lösung aller Fragen.
Alles ist Gewohnheit geworden. Obwohl ich immer wieder versuche sie zu unterstützen und alles recht zu machen.
Danke fürs lesen und eure Zeit.
Viele Grüße
Hilfloser
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07.10.2011, 16:07
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#2
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moderatrix
BK-Team
Registriert seit: 26.02.2011
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AW: Wenn die Zuneigung geht bleibt nur die Gewohnheit
Hallo Hilfloser,
ich finde es bemerkenswert wie häufig du den Wortlaut: funktionierte alles recht gut benutzt. Klar ist das schön wenn man als Team und auch nach 14 Jahren immer noch zusammenarbeitet, aber sollte da irgendwann nicht auch mal mehr gewesen sein? Wie auch immer, ich kann dein Problem gut verstehen und wenn du sagst, dass du alles versucht hast, dann bleibt dir eigentlich nur die Möglichkeiten andere Saiten aufzuziehen. Es ist schon mal beruhigend das sie zumindest ein Einsehen hat in euer Problem, aber gerade drum ist sie rücksichtslos wenn sie glaubt, dass du dich damit abfertigen lässt. Wenn du diesbezüglich unzufrieden bist und sie dich liebt, sollte es in ihrem Interesse sein, diesem Unglück Einhalt zu gebieten. Nun ist sie wahrscheinlich wirklich etwas verklemmt daher fällt es ihr offenbar schwer über solche Sachen überhaupt nur zu reden. Mach ihr unmissverständlich klar, dass sollte sie nicht gewillt sein gern auch mit deiner Hilfe, diesen Zustand zu ändern, dass du dann die Konsequenzen aus dieser Situation ziehen musst. Darüber musst du dir dann natürlich vorher im Klaren sein, aber eines lasse dir gesagt sein, wenn du diesen Zustand weiterhin duldest sieht sie keinen Anlass zur Veränderung, das heißt es kann nur noch schlimmer werden. Mein Vorschlag zur Güte, besucht beide einen Sextherapeuten, zusammen oder allein. Auch einen Porno schauen kann für den Anfang schon mal helfen, ich weiß nur nicht wie sie darauf reagiert. Mach ihr klar dass sie dieses Thema auf der Agenda haben sollte, ob sie erst mal nur drüber nachdenkt und sich Zeit nehmen möchte für ein Gespräch ist erst mal egal, wichtig ist dass sich in ihrem Kopf der Gedanke verpflanzt, dass sie sich mit diesem Thema wird auseinandersetzen müssen, sonst bist du wohlmöglich nicht mehr lange da.
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Ein Tropfen Liebe ist mehr als ein Ozean Verstand.
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27.10.2011, 18:01
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#3
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Neuer Benutzer
BK-Mitglied
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AW: Wenn die Zuneigung geht bleibt nur die Gewohnheit
Hallo,
zunächst mal vielen Dank für die Antwort. Leider war ich jetzt massiv durch die Uni beschäftigt.
Also: Ich habe das Thema nochmal aufs Papier gebracht. Inzwischen haben sich auch ein paar Probleme gelöst und wir hatten ein paar Tage Urlaub, so das wir auch ein wenig entspannen konnten. Siehe da, es ist ein wenig besser geworden ohne das es zu einem großen Krach kam. Auch war sie jetzt beim letzten Mal lockerer.
Vielleicht lag es auch an dem Geschenk zum Geburtstag. Zunächst gab es Massagegutscheine mit dem Hinweis, das sie Entspannung nötig hat. Dazu gab es aber auch eine Kerze von Fun Factory mit einem Massageöl. Zunächst wurde ich geschockt angesehen, als wenn ich sie zu Spielchen mit Wachs überzeugen wollte, aber da dem nicht so ist und nachdem sie sich die Kerze näher angesehen hat, war alles gut.
Man merkt aber, das es auch etwas gebracht hat, das ich ihr sagte, das es so keinen Spaß macht. Ich meine aber einen Punkt festgestellt zu haben, den sie mir aber nicht bestätigt hat: Ich glaube, sie würde sich ein Kind wünschen. Allerdings habe ich es zunächst bis Ende kommenden Jahres abgelehnt.Hintergrund ist, das wir gerade erst ein Haus gezogen haben und ich mein Studium noch nicht ganz abgeschlossen habe. Bevor ich nun noch mehr um die Ohren habe, möchte ich ein wenig mehr Ruhe in unser Leben bringen.
Sie mag Kinder und freut sich auch, wenn meine Nichten oder ihre Nichte in ihrer Nähe ist. Aber selber sagt sie, Kinder sind nicht mehr geplant. Wohl auch aus Angst, wie das finanziell zu stemmen ist. (Auch das sagt sie nicht offen)
Ich behalte es mal im Auge. Auf jeden Fall ist eine gewisse Verbesseung festzustellen. Zum beispiel wird nicht mehr blitzartig umgeschaltet, wenn im Fernsehen über diese Themen berichtet wird. Und von ihr kommen ab und zu nun auch Kommentare dazu. Pornos werden ihr wohl eher nicht so liegen. Deshalb gehen wir den Weg erstmal behutsam an.
Man spürt aber, das ihr das Thema wichtiger wird und sie mich behalten will. Sie weiß jedoch, das ich sonst Konsequenzen siehen werden.
Viele Grüße
Hilfloser
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