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Liebe, Sex und Zärtlichkeit Liebe, Sex und Zärtlichkeit spielen in einer Beziehung eine "sehr" wichtige Rolle! Egal ob nur eine Berührung, ein Kuss, ein bisschen Knuddeln oder auch das Schnackseln :). Wenn Du magst kannst Du hier auch von Deinen persönlichen Erfahrungen berichten!

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Alt 05.02.2012, 00:57   #1
Matschi
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Unglücklich "zu wenig" Sex und dann auch noch sehr verletzt

Hallo liebes Forum,

bevor ich meine Frage(n) stelle, erst einmal meine persönliche Geschichte zu dem Thema:

Ich bin jetzt seit einem Jahr und 4 Monaten mit meiner Freundin zusammen. Wir hatten sogar schon bevor wir zusammen waren ein Mal Sex, ich habe sie mal darauf angesprochen, sie sagte, dass sie sich einfach so sicher war, dass ich der Richtige für sie sei, dass ihr das nichts ausmachte, weil sie sonst eigentlich immer einige Zeit wartete, bevor es dazu kam. Nun ja, in der darauf folgenden Zeit hatten wir mehr oder weniger "oft" Geschlechtsverkehr, manchmal 3 Mal die Woche, manchmal seltener. Wir hatten Abende mit und mindestens genau so viele schöne Abende ohne Sex. Oft, wenn wir danach (dann war es irgendwie einfacher, offen darüber zu reden) über unsere Wünsche und Phantasien gesprochen haben, hat sie mir gesagt, dass es so schön für sie sei, was neues ausprobieren wollte sie nie. Ich aber auch nicht, um ehrlich zu sein. Meistens habe ich ihr nur immer erzählt, dass ich mich ja über spontanen Sex freuen würde, der von IHR aus kam, nicht von mir aus. Sie hat mir sogar versprochen (!) es würde irgendwann dazu kommen, dass sie mich nachts wecke und mit mir schlafen wolle. Ich habe mich - verständlicher Weise - sehr und auch sehr deutlich gefreut. Dieses Versprechen hat sie auch öfters wiederholt, z.B. als wir ihren Lieblingsfilm geguckt haben. Da kommt es in einer Szene dazu und ich meinte nur: "ha, sowas gibt es überhaupt nicht!" und sie meinte daraufhin: "irgendwann, Schatz" und hat mir einen Kuss dazu gegeben.
In letzter Zeit wurde es nur immer weniger, viel weniger. Wir hatten in den letzten 5 Monaten so selten Sex, dass ich irgenwann anfing, es zu "zählen". Seit Mitte November 4 Mal. Das ist mir persönlich VIEL zu wenig. Nun ja. Da es immer weniger wurde, habe ich sie irgendwann darauf angesprochen, weil ich mir viele Sorgen gemacht habe, ob sie mich nicht mehr liebe und ob ich nicht attraktiv genug sei. Ich habe sie sehr vorsichtig darauf angesprochen (damit nicht jetzt alle Frauen sagen: "WIE KANNST DU NUR?! DU MONSTER!!" ), sie fing an, zu weinen. Das war sehr schlimm für mich. Sie hat mir versichert, dass sie mich liebe, sie sich in unserer neuen Wohnung (wir wohnen seit Dezember zusammen) nicht wohl fühle.
Es tat sich jedoch nichts an dem Thema, bis ich sie vor kurzem wieder darauf angesprochen habe. Was jedoch wieder nur dazu geführt hat, dass sie geweint hat, ich habe mich aber auch nicht mehr halten können und bin in Tränen ausgebrochen.

Was mich sehr verletzt hat, ist vorletzte Woche passiert: Weil ich die letzten 3 Wochen nicht schlafen konnte und sie das auch gemerkt hat und sich Sorgen gemacht hat (ich ihr aber nicht sagen wollte: "ich mache mir Sorgen, dass wir 'nie' wieder miteinander schlafen"), habe ich versucht, sie nochmal darauf anzusprechen. Sie saß schweigend auf ihrem Bett, ich bin irgendwann aufgestanden und ins Wohnzimmer gegangen. 2 Minuten später aber wieder zu ihr. Als ich versucht habe, das Gespräch weiter zu führen, fing sie irgendwann an, zu weinen. Hat aber auf NICHTS reagiert, sodass ich nach 10 Minuten (gefühlten 100 Jahren) wieder ins Wohnzimmer gegangen bin, wo ich selbst angefangen habe, zu weinen und mit den Worten "ich will das Thema nicht mehr totschweigen, ich will wieder schlafen können, Schatz!" zurück ins Schlafzimmer bin. Bei dem folgenden Gespräch hat sie mir WÖRTLICH gesagt: "Ich mag das halt nicht so und du hast dich immer so gefreut." Diese Worte werde ich nie vergessen.
Auf den Punkt gebracht hat sie immer nur mit mir geschlafen, weil ich mich so gefreut habe. Sie wollte also nie wirklich. Das verletzt mich sehr, vor allem wenn ich daran denke, wie ich immer offen über meine Wünsche und Vorstellungen geredet habe und sie sich dabei sicherlich so etwas gedacht hat, wie: "Aber ich mache das nicht, weil ich Sex eigentlich doof finde, es dir aber nicht sage. Lieber sage ich weiterhin, dass ich es gut finde, damit du nicht enttäuscht bist."
Dass sie nie befriedigt wurde, kann ich ausschließen: sie hat mir offen gesagt (ich habe immer danach gefragt) ob ich es "geschafft" habe, oder nicht. In 70% der Fälle hat es geklappt, manchmal davon sogar 2 Mal hintereinander!

Das Thema Sex ist für mich jedoch sehr wichtig, weil es (neben der körperlichen Befriedigung) ein Zeichen innerster und innigster Liebe ist, finde ich.

Und jetzt meine Frage(n): Kann man irgendetwas dagegen tun? Also kann man ihre Abneigung Sex gegenüber irgendwie ändern?
Und meint ihr, dass das irgendwann mehr wird? Dass sie das irgendwann von sich aus viel mehr will?
Ich habe darüber nachgedacht, dass es vielleicht das Beste ist, wenn ich ihr sage, dass ich so lange nichts versuchen werde, bis sie es möchte. Dass sie, egal was ich tue, nicht damit rechnen muss, dass ich mit ihr schlafen will. Meint ihr, dass das eine gute Idee ist? Wie sagt man soetwas am Besten, ohne sie zu verletzen? (Sonst fühlt sie sich unter Druck gesetzt oder soetwas)

Ich habe übrigens schon "alles" versucht, um es wieder zum Sex kommen zu lassen: Früh mit ihr ins Bett gehen (klingt doof, aber dann ist halt mehr Zeit), ihr angeboten, sie zu massieren (will sie nicht, sie friert immer so, sagt sie), offensichtlich es darauf ankommen zu lassen, ganz romantisch und vorsichtig zu sein UND (danach habe ich es einfach erwartet und war umso enttäuschter, als nichts passierte) ich stand 2 Stunden (!!!!) in der Küche, habe das Wohnzimmer und die Küche mit Kerzen ausgefüllt (dunkel wars draußen schon) und habe coq au vin (Hühnchen in Weinsoße) mit Nudeln, Obsalat als Vorspeise (trotz des Winters!) und Mousse aux chocolat als Nachspeise gemacht. Ich dachte, bei so einem romantischen Abend, kann sie gar nicht anders... aber falsch gedacht.

Habt ihr Tipps oder Hilfen für mich? Ich bin absolut ratlos und halte der Situation bald nicht mehr stand. Ich liebe sie so sehr, aber ohne Sex ist das für mich keine erfüllte Beziehung... ich bin schließlich nicht 60 (nichts gegen 60-Jährige, so soll das nicht klingen), sondern gerade einmal 20 junge Jahre alt und möchte nicht, dass meine "beste Zeit" an mir vorbeizieht, als wär ich schon 40 Jahre verheiratet.

In Hoffnung auf Hilfe,
mir vielen lieben Grüßen,

Matschi
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Alt 05.02.2012, 12:25   #2
CharlyMaus
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AW: "zu wenig" Sex und dann auch noch sehr verletzt

Hallo Matschi,

ich hoffe, dass ich alles verstanden habe...hast Dir echt viel Mühe mit so viel text gegeben. Ok ich versuche mal meine gedanken zusammen zu fassen.

Seid ihr beide erst 20 Jahre jung? Bist Du ihr erster Mann?
Ich erinnere mich gerade wie es mit meinem ersten Typ war. Ich war beim ersten Mal 18 und hab die erste Zeit alles mehr oder weniger "über mich ergehen lassen" Weil ich es einfach nicht besser wusste. Irgendwann musste ich mir sogar Pornos anschauen um überhaupt Lust zu bekommen.
Was ich sagen will...meine Lust auf Sex hat sich erst in den Jahren danach und bei anderen Partnern entwickelt. Mein erster und Ich haben einfach nicht zusammen gepasst.
Manchmal denke ich, egal wie gut man sich versteht und wie lieb man sich hat...im Bett muss man da nicht unbedingt harmonieren. Keine Ahnung woran das liegt.

Hat Sie vielleicht mal schlechte Erfahrungen mit Sex gemacht? Irgendetwas was sie blockiert und ihre Lust verhindert...eine Kopfgeschichte also.

Naja und schließlich kann es gut sein, dass sie eben nicht so sexuell drauf ist...oder NOCH nicht.

Ich kann Dich sehr sehr gut verstehen, Sex gehört einfach dazu und er soll allen Beteiligten Spaß machen
Dass Du Dir so viele Gedanken machst finde ich wirklich klasse und vielleicht lässt sich der Knoten ja langsam entwirren.

Leider weiß ich Dir gerade absolut keinen Rat gerade...aber das wird schon, hier gibt es viele gute Seelen
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Matschi (05.02.2012)
Alt 05.02.2012, 12:39   #3
Matschi
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AW: "zu wenig" Sex und dann auch noch sehr verletzt

Hallo CharlyMaus,
danke erst einmal für deine Antwort.

Nein, ich bin nicht ihr erster Partner. Vorher hatte sie schon mehr oder weniger feste Beziehungen (zwei nur sehr kurz, weniger als 3 Monate) und eine "ziemlich lange", wenn man das so sagen kann, von über 2 1/2 Jahren.
Und da liegt - so denke ich - auch das Problem. Als du gefragt hast, ob sie schlechte Erfahrungen gemacht hat, ist es mir wie ein Blatt von den Augen gefallen (sagt man das so? Naja, ich denke, du verstehst, was ich damit sagen will.)
Meine Partnerin hat mir nämlich einmal erzählt, dass ihr Freund, mit dem sie über 2 1/2 Jahre zusammen war (da war sie erst 15 (!!) und er schon 20, jetzt ist er 25) zu ihr gesagt hat, dass sie entweder mit ihm schlafe oder er mit ihr Schluss mache. Ich kann ihn absolut nicht leiden. Sie hat durch Jugendverbindungen (wo beide Licht- und Ton-Technik machen) immernoch Kontakt zueinander, wodurch ich leider auch nicht drum herum komme, ihn zu sehen.

Um zum Thema zurück zu kommen: ich denke, dass es durchaus sein könnte, dass es daran lag. Aber was tut man gegen soetwas? Ich kann und will mich schließlich nicht damit abfinden, dass ich auf "das schönste auf der Welt" verzichte, weil er so ein Idiot war.

Es gibt vieles, was sie wegen ihrer früheren Freunde (nicht nur Partner, auch nur freundschaftliche Bekannte) nicht mehr mag. Ich zum Beispiel LIEBE es, wenn ich sie herumtragen darf, zum Beispiel vom Sofa zum Bett oder wenn sie auf meinem Schoß sitzt bis zum Sofa. Ich mag das einfach. Aber sie kann das überhaupt nicht leiden, weil sie früher immer einfach geschnappt wurde und dann irgendwo reingesteckt wurde, was ja eigentlich auch lustig ist, nur halt nicht für sie. Und einmal wurde sie herumgetragen und (sie wollten sie in einen Blätterhaufen werfen) wurde dann in den Straßengraben geschmissen. Das klingt alles sehr hart, aber ich muss dazusagen: das war wirklich alles nur freundschaftlich, sie wurde nicht dauerhaft gemobbt oder schikaniert, falls das so klingen mag.

Naja, ich schweife ab.
Denkst du denn, dass das so bleibt / sich nicht ändern lässt? Weil ich nicht mehr mit ihr darüber reden mag, weil sie sicherlich schon genervt ist.
Und meinst du, es bringt etwas, wenn ich ihr sage, dass ich es einfach nicht mehr versuchen werde, bis sie es selbst möchte?

ganz liebe Grüße,
Matschi
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Alt 05.02.2012, 15:35   #4
de facto
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AW: "zu wenig" Sex und dann auch noch sehr verletzt

Hallo Matschi
Das klingt natürlich nach einem heftigen Problem und was ich noch erstaunlicher finde ist, dass du es in der langen Zeit die ihr zusammen seit nicht mal bewusst wahrgenommen hast, dass sie gar nicht auf Sex steht. Ich denke da hätte es Anzeichen geben müssen, dass soll kein Vorwurf sein, aber vielleicht hat sie es auch gut in sich vergraben und war dir zu willen weil sie dich liebt und dich glücklich machen möchte.

Nun ist das Kind in den Brunnen gefallen und ihr müsst logischer Weise an einer Lösung arbeiten sonst landet ihr in einer Sackgasse. Als erstes würde ich auch drauf tippen das es problematische Verwicklungen in ihrem sexuellen Erleben vor dir gab eventuell auch gepaart mit einem nicht ganz so gesunden Körperbewußtsein. Da müsstet ihr definitiv dran arbeiten was jetzt natürlich leichter gesagt ist als getan, immerhin hast du es schon ein paar Mal angesprochen und bisher führte es nur zu Tränen und Verzweiflung. Vielleicht solltest du ihr in eurem nächsten Gespräch als erstes klarmachen, dass es dir nicht um euer sexuelles Leben in der Zukunft geht, dass du wahrnimmst das sie ein Problem hat und du mit aller Liebe und Einfühlungsvermögen welche dir zur Verfügung steht, in diesem Punkt auf sie eingehen möchtest und ihr helfen möchtest. Das sollte erst mal den Druck rausnehmen, denn alles was sie jetzt merkt ist, das sie ihren Schweinehund (Sex ist unangenehm obwohl gewünscht) nicht aus Liebe zu dir überwinden kann und du natürlich Sex möchtest da er zu jeder gesunden Beziehung dazugehört. Es wird dir aber nichts nutzen weiter auf diesem Punkt herumzureiten denn das ihr keinen Sex habt ist nur ein Symptom die Ursache liegt woanders und da müsst ihr ran.

Als nächstes solltest du klären, inwiefern sie welche Gefühle für dich empfindet, denn darauf aufbauend sollte auch ihr daran gelegen sein dass ihr/du glücklich seid/bist in eurer Beziehung. Will damit sagen selbst wenn sie für sich einräumen kann auf Sex zu verzichten, sollte ihr klar sein das es dich unglücklich macht und wenn sie das nicht will, sie eben doch an ihrem Problem arbeiten muss. Das nächste was ich vorschlagen würde, wäre sowohl eine ausführliche Untersuchen beim Gyn., manchmal sind es auch körperliche Ursachen die zu Unlust führen als auch ihr eventuell eine Therapie vorschlagen, denn offenbar gibt es Dinge die sie blockieren. So wie du es beschreibst gab es schon merkwürdige Verwicklungen in ihrer Vergangenheit, sowohl was das sexuelle Erleben als die allgemeinen sozialen Gepflogenheiten anbelangt und vielleicht hat das in ihrem inneren zu merkwürdigen Ansichten über Beziehung und gemeinsames Zusammenleben geführt, das stützt auch ihre Aussage sie würd sich in eurer gemeinsamen Wohnung nicht wohlfühlen, hast du das eigentlich jemals hinterfragt? Also wie gesagt, sensibel und behutsame ist jetzt die Devise, knick dir erst mal den Sex und arbeite mit ihr gemeinsam daran was dazu geführt hat das sie es nicht mag.
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Alt 05.02.2012, 16:15   #5
Matschi
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AW: "zu wenig" Sex und dann auch noch sehr verletzt

Hallo de_facto,
auch an dich ein Danke für deine Antwort.
Ein "nicht ganz so gesundes Körperbewusstsein", sagst du? Ich frage mich einfach jetzt nicht, woher du das weißt, aber du hast auf jeden Fall recht. Ich persönlich finde sie unglaublich attraktiv, aber sie selbst denkt da anders. Sie findet nicht, dass sie gut aussieht oder attraktiv ist.

Doch, doch. Ich habe sie schon oft gefragt, wieso sie sich in der Wohnung nicht wohl fühlt. Mir liegst schließlich nichts mehr am Herzen, dass sie sich wohl fühlt. Mal antwortet sie mit "weiß ich nicht", dann wieder mit "ich fühl mich einfach nicht wohl" und vor kurzem (in dem letzen Gespräch, das unter Tränen stattfand) sagste sie, dass sie sich nicht daran gewöhnen kann, von zuhause ausgezogen zu sein. Dazu ist zu sagen, dass wir zusammengezogen sind, weil wir den gleichen Studiengang in der gleichen Uni haben und ein pendeln auf Dauer keine Möglichkeit darstellte.

Ich würde sehr gern daran arbeiten, was dazu geführt hat, dass es so ist, wie es ist. Aber wie stellt man soetwas an? Sie gibt es ja nicht gern zu. Wer sagt schon gern zu der Person, die man liebt: "Das was du gern hättest, mag ich dir nicht geben. Ich kann dich in der Hinsicht nicht glücklich machen."
Dass sie mich liebt und zwar wirklich liebt, dessen bin ich mir ziemlich sicher. Ich weiß nicht, aber du kennst das bestimmt, dass man manchmal, wenn ein Mensch etwas sagt, nicht nur die Worte hört, sondern das Herz, wenn du verstehst? Das mag jetzt kitschig klingen, aber ich weiß nicht, wie ich es sonst sagen soll.

Ich hoffe, dass ich ein solches Gespräch, von dem du sprichst, mit ihr führen kann, ohne, dass dabei irgendetwas schief geht. Denn je öfter man ein Thema anspricht, desto mehr fühlt sich die Person, mit der man darüber spricht, bedrängt und unter Druck gesetzt. Und ich habe Angst, damit noch mehr kaputt zu machen, es anzusprechen. Weil wenn sie davon zu sehr genervt ist, entwickelt sie irgendwann eine Abneigung dagegen und später irgendwann, wenn ich nicht aufhöre, es zu lösen zu wollen, vielleicht sogar gegen mich.

Ich fürchte nur, dass ihr das Thema einfach nicht so wichtig ist und sie nicht "versteht", wie wichtig das für mich ist. Sie denkt, was auch nicht falsch ist, dass mir die Beziehung wichtiger sei, als der Sex. Aber wer möchte nicht lieber ein Brot ohne Belag als gar kein Brot? Ich hoffe, dass sie nicht denkt, dass mir das unwichtig sei, jedoch kann ich ihr auch irgendwie nicht sagen, wie bedeutsam mir dieses Thema ist, da ich sie damit unter Druck setzen würde und genau das möchte ich verhindern.

Ach, das ist alles kompliziert. Das versteh' jemand, was sie denkt! :/
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Alt 05.02.2012, 16:28   #6
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AW: "zu wenig" Sex und dann auch noch sehr verletzt

Wie schon gesagt, lass den verdammten Sex mal völlig außen vor und geh auf sie ein weil du weißt, dass sie ein tieferes Problem hat. Und wenn sie dich wirklich liebt sollte sie wissen, dass wenn du unglücklich bist es auch an ihr liegt daran zu arbeiten und sie dir und deinem Glück gegenüber auch eine Verantwortung hat unabhängig davon ob sie ihr eigenes Glück vernachlässigen möchte oder nicht verstehen kann, dass einem das Brot ohne Belag immer noch lieber ist als gar kein Brot.
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Alt 05.02.2012, 18:04   #7
kathrin007
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AW: "zu wenig" Sex und dann auch noch sehr verletzt

Ich finde, es gibt zwei Ebenen, auf denen du arbeiten solltest. Die eine ist, herauszufinden, warum sie sich in der Wohnung nicht wohlfühlt. Du hast schon gesagt, dass sie ungern von zu Hause weg ist. Warum? Sie ist schließlich schon 20 (glaub ich herausgelesen zu haben) und irgendwann beginnt der Abnabelungsprozess vom Elternhaus. Eigentlich müsste es gefühlsmäßig eine Mischung sein aus Heimweh und der heimischen Bequemlichkeit (Mama hat sicherlich gekocht und Wäsche gemacht etc.) und dem Stolz, was eigenes zu haben mit dem Mann, den sie liebt, verbunden aber auch mit eigener Haushaltsführung, Pflege der Partnerschaft und Studium.

Da muss man sich erstmal dran gewöhnen und erstmal damit fertig werden.
Aber ich geh doch mal davon aus, dass ihr die Wohnung gemeinsam ausgesucht habt, in der ihr jetzt beide wohnt, oder? Oder meinst du, sie könnte sie dir zuliebe schön gefunden haben und hatte selbst keine eigene Meinung?
Ich würde jetzt alles daran setzen, dass sie beginnt, sich in der Wohnung wohl zu fühlen. Auch wenn es ihr wohl unheimlich schwer fällt zu reden und manche Sachen in der Tat auf emotionaler Basis einen berühren und man logisch gar nicht da drangehen kann: bevor sie sich in der Wohnung nicht wohl fühlt, wird da auch in eurer Beziehung nichts vorangehen.

Die zweite Ebene ist die mit dem Arzt. Ich würde ihr nicht nur einen Hausarztbesuch empfehlen, um körperliche und hormonelle Gründe für ihre Unlust auszuschließen, aber durchaus auch einen Psychotherapeuten, denn irgendwo liegt der Hase begraben und irgendjemand muss ihn ausgraben.
Natürlich muss sie sich drauf einlassen und mehr oder weniger von selbst drauf kommen oder von anderen Empfehlungen erhalten, bloß nicht von dir, sonst ist das wie ein Schlag in die Magengrube...

Aus meiner Erfahrung entwickelt sich bei vielen Frauen die Lust am Sex und das eigene aktiv werden dabei erst ganz langsam und mit steigendem Alter. Und wenn sie dann noch schlechte Erfahrungen gemacht hat, die noch dazu ihr komplettes Selbstwertgefühl zerstört haben, dann bist du zwar ihr Freund, aber eher in Richtung "starke Schulter" und "sicherer Hafen" und nicht in Richtung "sexueller Emotionen". Und da musst du wieder rauskommen...
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Alt 06.02.2012, 19:20   #8
Matschi
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Hallo,

gestern Abend habe ich mit ihr geredet, meinen Vorschlag, es einfach überhaupt nicht mehr auf Sex ankommen zu lassen (also egal was ich tue, sie müsse keine "Angst" haben, dass ich etwas vorhabe), hat sie mit den Worten "musst du nicht." abgetan.
Als ich später nachgefragt habe, wieso sie das gesagt hat, ging das Gespräch im groben darauf hinaus: sie habe im Prinzip nichts gegen Geschlechtsverkehr, nur mag sie das nicht an Orten, an denen sie sich nicht absolut sicher und geborgen fühlt. Ich habe ihr mit aller Vorsicht und was dazugehört meinen Standpunkt erklärt und ihr beschrieben, wie das alles aus meiner Sicht, der ich ja nicht ihre Gedanken kenne, aussieht. Ich habe auch - wie von euch gut vorgeschlagen - dazu gesagt (und es auch so gemeint), dass es mir nicht um den Sex allgemein geht, sondern darum, dass es ihr gut geht und dass ich daran mit ihr arbeiten will, dass sie sich wohl fühlt. Sie hat darauf erwidert, dass sie einfach Zeit brauche, um sich an einen Ort zu gewöhnen, um sich dort wohl zu fühlen, dass das nicht von jetzt auf gleich ginge. Auch hat sie mir gesagt, dass sie gar nicht wusste, dass mir dieses Thema so wichtig sei und meinte, sie verstehe jetzt, wieso ich in letzter Zeit so nachdenklich wirkte.

Kurz gesagt: Ich bin mir sicher, dass das der richtige Weg zur Lösung des Problems ist. Ich bin euch sehr dankbar, dass ihr mir eure Zeit geopfert habt!

Bis die Tage und danke für die Hilfe,
Matschi

PS: Eure Hilfe und euer Einsetzen für andere (in diesem Fall für mich) hat mich überzeugt, hier in diesem Forum zu bleiben und tatkräftig und so gut ich kann anderen zu helfen wie ihr mir!
Matschi ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 06.02.2012, 19:33   #9
Tuckerzoertchen
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AW: "zu wenig" Sex und dann auch noch sehr verletzt

Wenn man in einer Beziehung offen kommunizieren kann - auch über Themen, die vielleicht unangenehm sind - dann hat man eine verdammt gute Basis.

Zitat:
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PS: Eure Hilfe und euer Einsetzen für andere (in diesem Fall für mich) hat mich überzeugt, hier in diesem Forum zu bleiben und tatkräftig und so gut ich kann anderen zu helfen wie ihr mir!
Das ist sehr erfreulich
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"Nichts auf der Welt ist so gerecht verteilt wie der Verstand. Denn jedermann ist überzeugt, dass er genug davon habe." - René Descartes
Tuckerzoertchen ist offline   Mit Zitat antworten
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